Digitale Wirtschaft in Deutschland legt weiter zu
10.01.2024 - 13:19:08Das geht aus einer Konjunkturprognose des Digitalverbandes Bitkom fĂŒr das Jahr 2024 hervor, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Im vergangenen Jahr habe die Branche fĂŒr Informationstechnik (IT), Telekommunikation und Unterhaltungselektronik insgesamt 215 Milliarden Euro umgesetzt, 2,0 Prozent mehr als im Jahr 2022. FĂŒr das laufende Jahr sagte Bitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst ein Wachstum um 4,4 Prozent auf 224,3 Milliarden Euro voraus.
Wintergerst verwies auf den von Bitkom und Ifo Institut erstellten Digitalindex. WĂ€hrend der Index fĂŒr die Gesamtwirtschaft im Dezember von minus 9,4 Punkten noch einmal auf minus 11,2 zurĂŒckging, legte der Digitalindex von 6,0 auf 9,8 Punkte zu.
Das Umsatzwachstum im Digitalbereich geht einher mit einem Anstieg der BeschĂ€ftigungszahlen. Bis Ende 2024 sollen 36 000 neue ArbeitsplĂ€tze in der Branche entstehen, was die Gesamtzahl auf 1,368 Millionen erhöhen wĂŒrde. Bereits im Jahr 2023 wurden 28 000 neue ArbeitsplĂ€tze geschaffen. Damit ist die Digitalbranche laut Bitkom der gröĂte industrielle Arbeitgeber in Deutschland, noch vor der Automobilbranche, dem Maschinenbau sowie der Chemie- und Pharmaindustrie.
Das Wachstum wird vor allem von der Informationstechnik vorangetrieben, wĂ€hrend die Unterhaltungselektronik schrumpft. Obwohl die HĂ€ndler aufgrund der FuĂball-Europameisterschaft der MĂ€nner im kommenden Sommer einen Umsatzschub bei FernsehgerĂ€ten erhofften, seien keine technischen Neuerungen in diesem Segment in Sicht, wie beispielsweise die EinfĂŒhrung einer neuen Generation von Spielekonsolen.
Im Bereich der Informationstechnik hingegen brummt es: Nach einem leichten Wachstumseinbruch im vergangenen Jahr erwartet Bitkom fĂŒr 2024 einen Umsatz von 151,5 Milliarden Euro, was einem Plus von 6,1 Prozent entspricht. Besonders das SoftwaregeschĂ€ft legt stark zu, mit einem erwarteten Plus von 9,4 Prozent auf 45,5 Milliarden Euro. Auch die UmsĂ€tze mit Plattformen fĂŒr die Entwicklung, das Testen und die Bereitstellung von Software sollen ĂŒberdurchschnittlich wachsen, nĂ€mlich um 12,3 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro. In diesem Bereich spiegelt sich auch der aktuelle Boom bei KĂŒnstlicher Intelligenz wider, da das GeschĂ€ft mit KI-Plattformen voraussichtlich um 38,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro wachsen wird.
"KĂŒnstliche Intelligenz wird auch 2024 das Top-Thema bleiben", sagte Wintergerst. Unternehmen sollten sich jetzt mit KI beschĂ€ftigen, entsprechende Projekte starten und in die Technologie investieren. Der Bitkom-PrĂ€sident appellierte an die Politik, beim neuen europĂ€ischen KI-Gesetz (AI-Act) "AugenmaĂ zu beweisen und sicherzustellen, dass KI in Deutschland und Europa sowohl weiterhin genutzt als auch entwickelt werden kann."

