ROUNDUP, LĂ€nder

LÀnder wollen Energiewendefonds - Neue Instrumente nötig

17.05.2024 - 17:26:53

Die Energieminister der LĂ€nder haben sich angesichts hoher Milliardenkosten bei der WĂ€rmewende fĂŒr einen Energiewendefonds ausgesprochen.

Studien gingen von einem Bedarf von 600 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 aus, sagte Sachsen-Anhalts Ressortchef Armin Willingmann (SPD) am Freitag nach der Energieministerkonferenz in Kiel. "Das wird ohne ein intelligentes Finanzierungsmodell und ohne neue Instrumente nicht funktionieren."

Daher hĂ€tten sich die LĂ€nder darauf verstĂ€ndigt, den Bund zu bitten, einen entsprechenden Finanzierungsfonds zu prĂŒfen und verschiedene ModellvorschlĂ€ge zu unterbreiten, so Willingmann. Es sei auch privates Kapital erforderlich fĂŒr diesen Teil der Energiewende. So könne etwa in einem Modell aus öffentlichen und privaten Mitteln die entsprechende Kapitalausstattung fĂŒr die Versorgungsunternehmen kommen. Diese seien in der Regel nicht in der Lage, die Maßnahmen allein zu stemmen.

Insgesamt solle die WĂ€rmewende beschleunigt werden, betonte Schleswig-Holsteins Energieminister und der Vorsitzende der Konferenz, Tobias Goldschmidt (GrĂŒne). DafĂŒr mĂŒssten einerseits GebĂ€ude besser gedĂ€mmt werden, damit weniger Energie verloren gehe. Andererseits solle die WĂ€rmeversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Ebenso sei es den LĂ€ndern wichtig, dass Strom dauerhaft gĂŒnstig bleibe, da dies fĂŒr den Standort ein wichtiger Faktor sei, sagte Goldschmidt. Die Transformation hin zur KlimaneutralitĂ€t solle daher so vorangebracht werden, dass Strom gĂŒnstig gehalten werde. Gleichzeitig mĂŒssten mithilfe einer steigende Kohlenstoffdioxid-Bepreisung fossile Brennstoffe weiter belastet werden, sodass die wirtschaftlichste Lösung am Ende auch die klimafreundlichste sei. Die LĂ€nder bekannten sich somit zu einer StĂ€rkung des CO?-Preises.

Bayern Energieminister Hubert Aiwanger (Freie WĂ€hler) sprach sich fĂŒr eine Kraftwerksstrategie aus. Gerade die SĂŒdlĂ€nder erwarteten Planungssicherheit fĂŒr Investoren. Diese mĂŒssten wissen, unter welchen Bedingungen neue wasserstofffĂ€hige Gaskraftwerke gebaut werden könnten. Dazu sei aber kein eigener Beschluss bei der Konferenz gefasst worden, sondern lediglich auf den Bundesratsbeschluss verwiesen worden.

Um die Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammenzubringen, ist aus Sicht von Baden-WĂŒrttembergs Energieministerin Thekla Walker (GrĂŒne) nicht nur eine Kraftwerks-, sondern auch eine Speicherstrategie nötig. Dabei gehe es darum, dass weiter Leistungen abgerufen werden können, selbst wenn die Erneuerbaren Energien nicht im vollen Maß zur VerfĂŒgung stehen. "DafĂŒr brauchen wir einen klaren Pfad fĂŒr die Investitionen", sagte sie.

Die Ampel-Koalition hatte sich im Februar verstĂ€ndigt, den Kohleausstieg "idealerweise" auf 2030 vorzuziehen, um den Ausstoß klimaschĂ€dlichen Kohlendioxids zu verhindern. Neue Gaskraftwerke sollen im Rahmen der Kraftwerksstrategie vor allem Kohlekraftwerke ersetzen. Sie sollen zunĂ€chst mit Erdgas, dann aber zunehmend mit klimafreundlichem Wasserstoff betrieben werden. Die neuen Gaskraftwerke sollen in "Dunkelflauten" - wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint - einspringen, um die Stromnachfrage zu decken.

@ dpa.de