Deutschland, Rüstungsindustrie

«Zwischenlösung»: Kartellamt genehmigt Panzerentwicklung

15.12.2025 - 14:48:26

Die Entwicklung eines gemeinsamen deutsch-französischen Panzers dauert so lange, dass es eine Zwischenlösung geben soll.

Das Bundeskartellamt hat den beiden Rüstungsunternehmen KNDS Deutschland und Rheinmetall die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfpanzers erlaubt. Das von der Militärfachpresse mit dem inoffiziellen Namen «Leopard 3» betitelte Projekt soll eine Zwischenlösung bis zum Jahr 2045 sein. Keines der beiden Unternehmen wäre laut Bundeskartellamt in der Lage gewesen, die Anforderungen allein zu erfüllen. Eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs sei nicht zu erwarten, sagte Behördenpräsident Andreas Mundt. 

2045 ist das derzeitige Zieldatum für die Auslieferung des ersten gemeinsamen deutsch-französischer Panzers, der bislang unter dem Kürzel MGCS (Main Ground Combat System, Hauptbodenkampfsystem) bekannt ist. Das dauert der Bundeswehr offenkundig zu lange, so dass es nun die Zwischenlösung geben soll. 

Konkurrenz um den Panzer der nächsten Generation 

Die in München ansässige KNDS Deutschland - beziehungsweise das Vorgängerunternehmen Krauss Maffei Wegmann - und Rheinmetall kooperieren ohnehin seit Jahrzehnten. KNDS hatte kürzlich eine neue Version des seit 1979 hergestellten Leopard 2 vorgestellt, bei dem Unternehmen sind bereits an die 400 Bestellungen aus sechs Ländern eingegangen. Rheinmetall ist am Leopard 2 unter anderem als Lieferant der 120mm-Kanone und der Munition beteiligt. 

Rheinmetall arbeitet derzeit unter anderem an einer noch größeren Kanone mit einem Kaliber von 130 mm, die dann mutmaßlich auch als Bewaffnung des «Leopard 3» infrage käme. Abgesehen davon hatte der Düsseldorfer Konzern 2022 einen eigenständig entwickelten Panzer namens KF51 «Panther» vorgestellt, von dem seither unter anderem Italien eine größere Stückzahl bestellt hat. Dieses Projekt hatte aus mehreren Gründen Aufsehen erregt. Nicht nur, weil Rheinmetall damit dem deutsch-französischen MGCS-Projekt um Jahre zuvorkam, sondern auch, weil der Konzern damit den Namen eines Wehrmacht-Panzers aus dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebte.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Charme-Offensive bei «verlässlichen Partnern» am Golf. Der Kanzler geht sehr pragmatisch auf sie zu. Die Golfstaaten sind wegen der Menschenrechtslage in der Kritik, haben aber auch viel zu bieten: Öl, Gas, Geld für Investitionen. (Ausland, 05.02.2026 - 13:33) weiterlesen...

«Herzlich und offen»: Merz beim saudischen Kronprinzen. Jetzt wird der Kronprinz von Saudi-Arabien wieder hofiert. Kanzler Merz startet bei seinem Besuch in Riad eine Charme-Offensive. Einst wurde er vom Westen wegen eines Mordfalls geächtet. (Ausland, 05.02.2026 - 00:38) weiterlesen...

Merz will strategische Partnerschaft mit Golfregion ausbauen. Zum Auftakt trifft er jemanden, den westliche Regierungschefs lange geschnitten haben. Der Kanzler will die Abhängigkeit von China oder den USA verringern und ist deswegen in der Golfregion unterwegs. (Ausland, 04.02.2026 - 18:32) weiterlesen...

Merz will engere Partnerschaft mit Golfstaaten. Dort geht es um die Stärkung der Partnerschaften – auch in einem heiklen Bereich. Nach der Zuspitzung des Konflikts im und um den Iran besucht der Kanzler Länder am anderen Ufer des Persischen Golfs. (Ausland, 04.02.2026 - 14:54) weiterlesen...

Was Kanzler Merz in der Golfregion vorhat. Dort geht es um die Stärkung der Partnerschaften - auch in einem heiklen Bereich. Nach der Zuspitzung des Konflikts im und um den Iran besucht der Kanzler Länder am anderen Ufer des Persischen Golfs. (Ausland, 04.02.2026 - 04:30) weiterlesen...

Verbotene Russland-Exporte – fünf Festnahmen bei Razzia. Welche Rolle dabei womöglich der russische Staat und eine Scheinfirma aus Lübeck spielt. Ein Netzwerk soll trotz EU-Embargos Tausende Lieferungen an russische Unternehmen organisiert haben. (Politik, 02.02.2026 - 13:08) weiterlesen...