EZB-PrÀsidentin will stÀrkeren Euro als Antwort auf Trump
26.05.2025 - 15:20:36EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde sieht im Zollstreit mit den USA eine groĂe wirtschaftliche Bedrohung und plĂ€diert fĂŒr einen stĂ€rkeren Euro. Die seit Jahrzehnten bestehende Weltordnung werde derzeit «bis in ihre Grundfesten erschĂŒttert», sagte Lagarde in einer Rede an der Hertie School in Berlin.Â
«An die Stelle der multilateralen Zusammenarbeit sind Nullsummendenken und bilaterale Machtspiele getreten», kritisierte sie, ohne US-PrĂ€sident Donald Trump und seine jĂŒngste Zolldrohung gegen die EU konkret zu nennen. «Nun heiĂt es: Protektionismus statt Offenheit».Â
Selbst ĂŒber die Vormachtstellung des Dollars als Eckpfeiler des Systems herrsche Unsicherheit. Diese ZĂ€sur könne Risiken fĂŒr Europa bergen, wo die Exporte fast ein FĂŒnftel der Wertschöpfung ausmachten und 30 Millionen ArbeitsplĂ€tze absicherten.Â
Lagarde: StĂ€rkerer Euro Chance fĂŒr Europa
Zugleich tĂ€ten sich neue Chancen auf, sagte Lagarde. «Angesichts des derzeitigen Wandels scheint die Zeit reif zu sein fĂŒr eine gröĂere internationale Rolle des Euro.» Rund 20 Prozent der Devisenreserven weltweit wĂŒrden in Euro gehalten, auf den Dollar entfielen 58 Prozent. Seit Trump sein globales Zollpaket verkĂŒndet hat, steht der Dollar unter Druck. Der Euro ist gegenĂŒber dem Dollar so stark wie seit ĂŒber drei Jahren nicht.
«Eine StĂ€rkung der internationalen Rolle des Euro kann sich positiv auf den Euroraum auswirken», so Lagarde. So könnten Kredite in der EU gĂŒnstiger werden, was die Binnennachfrage stĂŒtze. Zudem hĂ€tten Wechselkursschwankungen dann weniger Folgen, da mehr Handel in Euro erfolge, und Europa sei besser gegen Sanktionen gefeit.
Nachholbedarf auf mehreren Ebenen
Um den globalen Status des Euro zu stĂ€rken, mĂŒsse Europa gleich auf mehreren Ebenen stĂ€rker werden: geopolitisch, wirtschaftlich und rechtlich. Europa brauche mehr Handelsabkommen und mĂŒsse militĂ€risch aufholen, fordert Lagarde. Zudem solle die EU zu einem erstklassigen Ziel fĂŒr internationales Kapital werden, indem es den Binnenmarkt vollende und den Kapitalmarkt vertiefe. Drittens mĂŒsse Europa «Rechtsstaatlichkeit verteidigen und als politische Einheit auftreten, damit wir Druck von auĂen standhalten können».







