EU rĂ€umt Scheitern von Munitionsplan fĂŒr Ukraine ein
31.01.2024 - 16:29:38Von der in Aussicht gestellten Menge von einer Million Schuss werde man bis MĂ€rz voraussichtlich nur etwas mehr als die HĂ€lfte geliefert haben, erklĂ€rte der EU-AuĂenbeauftragte Josep Borrell am Mittwoch am Rande eines Verteidigungsministertreffens in BrĂŒssel.
Neues Ziel ist es nun, die Marke von einer Million zumindest noch in diesem Jahr zu erreichen. Nach Angaben von Borrell haben Mitgliedstaaten zugesagt, von MĂ€rz bis dahin rund 630 000 weitere Geschosse zu liefern. Dann werde man bei mehr als einer Million sein.
Die EU-Staaten hatten der Ukraine am 20. MĂ€rz des vergangenen Jahres versprochen, innerhalb von zwölf Monaten eine Million neue Artilleriegeschosse fĂŒr den Abwehrkrieg gegen Russland bereitzustellen. Sie sollten aus den BestĂ€nden der Mitgliedstaaten, aber auch ĂŒber neue gemeinsame Beschaffungsprojekte organisiert werden und EngpĂ€sse der ukrainischen StreitkrĂ€fte verhindern.
Nach den jĂŒngsten Zahlen des AuswĂ€rtigen Dienstes der EU konnten bislang allerdings erst etwa 330 000 der in Aussicht gestellten Artilleriegranaten geliefert werden. Weitere rund 200 000 sollen noch innerhalb der 12-Monats-Frist folgen. Dann werde man voraussichtlich etwas mehr als 52 Prozent des Ziels erreicht haben, sagte Borrell.
Pistorius prognostizierte Scheitern
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits im vergangenen Jahr ein Scheitern der ehrgeizigen PlÀne prognostiziert. "Die eine Million werden nicht erreicht. Davon muss man ausgehen", sagte der SPD-Politiker im November. Als Grund nannte er unzureichende ProduktionskapazitÀten.
Politiker aus LĂ€ndern wie Estland und auch Borrell hatten allerdings immer wieder auch andere GrĂŒnde genannt. Borrell betonte so mehrfach, das Problem seien seiner Auffassung nach nicht die IndustriekapazitĂ€ten und verwies darauf, dass erhebliche Mengen an in der EU produzierter Munition wegen bestehender VertrĂ€ge in andere Staaten geliefert wĂŒrden.
Unter anderem die estnische Regierung schlug deswegen vor, Verhandlungen mit diesen AbnehmerlĂ€ndern zu fĂŒhren oder Munition auch in Drittstaaten aufzukaufen.

