Zollstreit, Telefonat

Zollstreit: EU sieht nach Telefonat mit Trump neuen Schwung

26.05.2025 - 14:03:24

Die EU hofft nach dem Telefonat von EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen mit US-PrĂ€sident Donald Trump auf zĂŒgige und konstruktive Verhandlungen zur Beilegung des aktuellen Handelsstreits.

Von der Leyen und Trump hĂ€tten sich grundsĂ€tzlich darauf geeinigt, die Verhandlungen zu beschleunigen und in engem Kontakt zu bleiben, sagte eine Kommissionssprecherin in BrĂŒssel. Mit dem guten GesprĂ€ch gebe es nun neuen Schwung. Es sei erfreulich, dass auch auf PrĂ€sidentenebene Einsatz gezeigt werde. Von EU-Seite habe man immer gesagt, dass man bereit sei, ein Abkommen zu schließen.

Zu Details des von Ursula von der Leyen initiierten GesprĂ€chs wollte sich die Sprecherin unter Verweis auf mögliche Risiken fĂŒr die Verhandlungen nicht Ă€ußern. Sie bestĂ€tigte allerdings, dass weiter das EU-Angebot auf dem Tisch liege, gegenseitig alle Zölle auf IndustriegĂŒter aufzuheben. "Wir halten das nach wie vor fĂŒr einen sehr attraktiven Ausgangspunkt fĂŒr gute Verhandlungen, die beiden Seiten des Atlantiks Vorteile bringen können", sagte sie.

Telefonat zwischen Sefcovic und Lutnick

Den Angaben der Sprecherin zufolge wurde bereits fĂŒr diesen Montagnachmittag ein weiteres Telefonat zwischen EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und US-Handelsminister Howard Lutnick vereinbart. Sefcovic hatte bereits am Freitag mit Lutnick gesprochen, kurz nachdem Trump völlig ĂŒberraschend eine neue Drohung mit einem pauschalen Zollsatz von 50 Prozent auf Einfuhren aus der EU ausgesprochen hatte. Diese sollen nach Angaben von Trump vom Sonntag im Juli in Kraft treten, wenn es bis dahin keinen Deal mit der EU gibt. Am Freitag hatte er noch mit einer EinfĂŒhrung bereits im Juni gedroht.

FĂŒhrender Parlamentarier warnt USA

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im EuropĂ€ischen Parlament, Bernd Lange (SPD), warnt die US-Seite unterdessen davor, die EU in den Verhandlungen zu unterschĂ€tzen. "Das Hin und Her verunsichert die MĂ€rkte, aber nicht die EuropĂ€ische Union", sagte er mit Blick auf Trumps jĂŒngste Drohung. Wenn der US-PrĂ€sident nur darauf aus sein sollte, dass die EU seine Forderungen abnicke, sei er auf dem falschen Dampfer. Sollten die USA mit ihrer Drohung Ernst machen, könne die EU schnell handeln - und dies nicht nur mit Gegenzöllen.

"Die Reaktion der EU könnte dann auch erstmals US-Dienstleistungen einbeziehen, bei denen die EU ein Handelsdefizit mit den USA hat", sagte Lange. Zudem stehe der EU mittlerweile das neue und bisher ungenutzte Anti-Zwangsmaßnahmen-Instrument zur VerfĂŒgung. Über dieses könnte die EU etwa US-Unternehmen von Ausschreibungen in der EU ausschließen.

Um die europÀische Position zu verdeutlichen, wird nach Angaben von Lange eine Delegation des Handelsausschusses diese Woche in Washington sein. Man wolle gemeinsame Interessen in den Handels- und Investitionsbeziehungen ausloten, teilte der SPD-Politiker mit.

@ dpa.de