EU-Kommission will EuropÀische BetriebsrÀte stÀrken
24.01.2024 - 15:03:31Nach Willen der Behörde sollen etwa mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer multinationaler Unternehmen in der EU das Recht bekommen, die Einrichtung eines EBR zu beantragen, wie aus am Mittwoch in BrĂŒssel vorgestellten PlĂ€nen hervorgeht. Demnach sollen etwa Ausnahmen von der bereits existierenden Richtlinie gestrichen werden. Nach Kommissionsangaben könnten so zusĂ€tzlich 5,4 Millionen BeschĂ€ftigte in 320 multinationalen Unternehmen, in denen bereits Vereinbarungen bestehen, die Einrichtung eines EBR beantragen.
EuropĂ€ische BetriebsrĂ€te sind Gremien, die Arbeitnehmer eines internationalen Unternehmens vertreten. Sie sollen sicherstellen, dass die Arbeitnehmer an Entscheidungen ĂŒber lĂ€nderĂŒbergreifende Angelegenheiten beteiligt werden und betreffen Unternehmen mit mehr als 1000 BeschĂ€ftigten in mindestens zwei LĂ€ndern der EU oder in Norwegen, Island und Liechtenstein.
Weiterhin soll nach Willen der Kommission mit einer Ăberarbeitung der Richtlinie unter anderem gewĂ€hrleistet werden, dass die EBR ĂŒber die notwendigen Ressourcen finanzieller und materieller Art - etwa Rechtskosten oder Schulungen - verfĂŒgen, um ihre Aufgaben wahrnehmen zu können. DarĂŒber hinaus solle ein ausgewogenes GeschlechterverhĂ€ltnis in den Gremien sichergestellt werden.
Im vergangenen Jahr hatte das EuropÀische Parlament die Kommission aufgefordert, die Rolle und die KapazitÀten der EBR zu stÀrken. Der Kommissionsvorschlag zur Reform der Richtlinie muss nun vom Parlament und den LÀndern diskutiert werden.
Die Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA) kritisierte die ReformvorschlĂ€ge der Kommission als ĂŒberflĂŒssig. Bestehende Gremien wĂŒrden nicht ausreichend respektiert und Unruhe in die Betriebe getragen. Die geltende Richtlinie funktioniere gut. "Ein Umbau des EuropĂ€ischen Betriebsrats hin zu einem Mitbestimmungsgremium nach deutschem Vorbild geht an den RealitĂ€ten multinationaler Konzerne vorbei und wĂŒrde europaweit nicht akzeptiert", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Steffen Kampeter der Deutschen Presse-Agentur.

