Europa, EU

EU-Reformplan: FinanzmÀrkte sollen attraktiver werden

04.12.2025 - 12:37:00 | dpa.de

Die EU-Kommission will mit einem neuen Reformpaket Finanzmarktregeln vereinfachen und mehr Kontrollkompetenzen nach Paris verlagern. Profitieren auch Privatanleger?

  • Gestrafftere Aufsichtsregelungen sollen die AttraktivitĂ€t der europĂ€ischen FinanzmĂ€rkte steigern. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
    Gestrafftere Aufsichtsregelungen sollen die AttraktivitÀt der europÀischen FinanzmÀrkte steigern. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
  • «Zu lange hat Europa eine Zersplitterung toleriert», sagt die zustĂ€ndige EU-Kommissarin Maria Luis Albuquerque. - Bild: Virginia Mayo/AP/dpa
    «Zu lange hat Europa eine Zersplitterung toleriert», sagt die zustÀndige EU-Kommissarin Maria Luis Albuquerque. - Bild: Virginia Mayo/AP/dpa
Gestrafftere Aufsichtsregelungen sollen die AttraktivitÀt der europÀischen FinanzmÀrkte steigern. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa «Zu lange hat Europa eine Zersplitterung toleriert», sagt die zustÀndige EU-Kommissarin Maria Luis Albuquerque. - Bild: Virginia Mayo/AP/dpa

Die komplexen Finanzmarktregeln in Deutschland und den anderen EU-Staaten sollen nach dem Willen der EuropĂ€ischen Kommission grundlegend entschlackt und modernisiert werden. Ein in BrĂŒssel vorgestelltes Reformpaket fĂŒr mehr WettbewerbsfĂ€higkeit sieht vor, Vorschriften fĂŒr HandelsplĂ€tze zu harmonisieren und Aufsichtsprozesse zu straffen. So sollen etwa Kontrollbefugnisse ĂŒber bedeutende grenzĂŒberschreitend tĂ€tige Akteure an die EuropĂ€ische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) in Paris ĂŒbertragen werden.

Zu ihnen wĂŒrden beispielsweise bestimmte HandelsplĂ€tze, alle Anbieter von Krypto-Dienstleistungen und Zentralverwahrer gehören. Letztere kĂŒmmern sich um die Verwahrung und Übertragung von Wertpapieren.

Zehn Billionen Euro Ersparnisse

Ziel der geplanten Reformen ist es, die Voraussetzungen fĂŒr einen global attraktiven Finanzmarkt zu schaffen. BĂŒrger sollen zudem einen gĂŒnstigeren und besseren Zugang zu Investitionsmöglichkeiten in der gesamten EU erhalten.

Dies sei von entscheidender Bedeutung, da Privatleute derzeit rund 10 Billionen Euro ihres Ersparten auf Bankkonten liegen hÀtten, argumentiert die EU-Kommission. Diese Einlagen seien zwar sicher, erzielten aber im Vergleich zu Investitionen in Wertpapiere oft eine geringe Rendite.

Die zustĂ€ndige EU-Kommissarin Maria LuĂ­s Albuquerque sagte in BrĂŒssel, durch den Aufbau eines echten Finanzbinnenmarkts werde man den Menschen bessere Möglichkeiten bieten, ihr Vermögen zu vergrĂ¶ĂŸern. Europa habe zu lange eine die Wirtschaft bremsende Zersplitterung toleriert.

Entscheidung liegt bei Parlament und Mitgliedstaaten

Über die VorschlĂ€ge der EU-Kommission werden nun das EuropĂ€ische Parlament und der Rat der Mitgliedstaaten beraten. Die Kommission hofft, dass sie danach beschlossen und umgesetzt werden können.

Erste Reaktionen von Abgeordneten fielen ĂŒberwiegend positiv aus. Der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Markus Ferber (CSU), bezeichnete das Paket als Chance, einen großen Schritt voranzukommen. «Unsere KapitalmĂ€rkte sind im Vergleich zu den USA zersplittert, klein und wenig liquide – das schadet Wachstum, Innovation und WettbewerbsfĂ€higkeit in Europa jeden Tag.»

Der deutsche GrĂŒnen-Abgeordnete Rasmus Andresen sagte, Europa brauche eine starke, zentrale Finanzmarktaufsicht. Deswegen begrĂŒĂŸe seine Fraktion den Vorschlag der Kommission, die ESMA direkt mit der Aufsicht ĂŒber zentrale Marktakteure zu betrauen.

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