EU-Kommission genehmigt Zahlungen fĂŒr Kohleausstieg in der Lausitz
18.11.2025 - 17:03:16Die Zahlungen an RWE waren Ende des Jahres 2023 von der EuropĂ€ischen Kommission genehmigt worden. Die beihilferechtliche PrĂŒfung bezĂŒglich der LEAG-EntschĂ€digung erwies sich als komplexer, da die betroffenen Kraftwerke erst in den kommenden Jahren schrittweise bis 2038 endgĂŒltig stillgelegt werden sollen und entgangene Gewinne daher schwieriger zu prognostizieren waren. In einem ersten Schritt soll die LEAG zum Jahresende fĂŒr bereits geleistete Vorauszahlungen an die Vorsorgegesellschaften der LĂ€nder eine Erstattung in Höhe von rund 377 Millionen Euro erhalten. Die LEAG hatte in den Vorjahren Gelder in gleicher Höhe in die Vorsorgegesellschaften der BundeslĂ€nder Brandenburg und Sachsen einbezahlt. In diesen Gesellschaften werden die Mittel fĂŒr die notwendige Rekultivierung der betroffenen Tagebaue gesichert und verwaltet. Der Bund soll zusĂ€tzlich in den Jahren 2025 bis 2029 eine jĂ€hrliche Rate von 91,5 Millionen Euro an die Vorsorgegesellschaften auszahlen. Damit sollen sĂ€mtliche zusĂ€tzlichen Kosten der Rekultivierung sowie sĂ€mtliche zusĂ€tzlich anfallenden Sozialkosten abgedeckt werden. DarĂŒber hinaus können daran anschlieĂend bis spĂ€testens 2042 weitere Zahlungen an die Vorsorgegesellschaften folgen, soweit die Bundesnetzagentur feststellt, dass der LEAG aufgrund der vorzeitigen Stilllegung von Kraftwerken Gewinne entgangen sind. MaĂgeblich fĂŒr die Höhe der entgangenen Gewinne sind die dem angepassten KVBG anhĂ€ngenden Formeln zur Bestimmung der entgangenen Gewinne. In Summe ist damit eine UnterstĂŒtzung durch den Bund in Höhe von bis zu 1,75 Milliarden Euro möglich. "Die Genehmigung der Zahlungen fĂŒr den Kohleausstieg der LEAG sind ein echter Erfolg fĂŒr eine ganze Region", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). "Der Strukturwandel in den Kohleregionen ist ein Generationenprojekt. Die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission gibt hierfĂŒr endlich Planungssicherheit." Jetzt könne die Zukunft einer ganzen Region sozialvertrĂ€glich und wirtschaftlich solide gestaltet werden. Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) bezeichnete die Entscheidung als gute Nachricht fĂŒr die gesamte Region. "Es ist gut, dass nun endlich Klarheit besteht. FĂŒr das Unternehmen und die gesamte Region gibt es jetzt Planungssicherheit, um die Folgen des frĂŒhzeitigeren Kohleausstiegs abzufedern und den Transformationsprozess in der Lausitz weiter voranzubringen", sagte er. "Zugleich werden die erforderlichen Rekultivierungsleistungen nach dem Ende der Kohleverstromung verlĂ€sslich abgesichert. Neben Rekultivierung und SozialmaĂnahmen geht es auch um neue GeschĂ€ftsfelder und damit um starke IndustriearbeitsplĂ€tze in der Zukunft", so Kretschmer. Ăhnlich Ă€uĂerte sich Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD). "Die Zahlung bringt endlich Sicherheit fĂŒr die BeschĂ€ftigten der LEAG und StabilitĂ€t fĂŒr die Rekultivierungsarbeiten im Lausitzer Revier", sagte er. "Damit ist auch ein weiterer Beitrag zur Sicherstellung der Wiedernutzbarmachung erbracht, denn ein GroĂteil der EntschĂ€digungszahlungen wird in die Rekultivierung flieĂen." LEAG-CEO Adi Roesch sieht ebenfalls mehr Planungssicherheit durch die Mittelfreigabe. Die EntschĂ€digung biete Investitionsspielraum, um den vom Kohleausstieg betroffenen Mitarbeitern neue Perspektiven zu bieten. Mit einer "Gigawatt-Factory" baue man parallel an einer alternativen zukunftsfĂ€higen Energielandschaft, die die Stromversorgung sichere, neue ArbeitsplĂ€tze schafft und Wertschöpfung in der Region halte. Die Vorsitzende des LEAG-Konzernbetriebsrats, Silke Rudolf, erklĂ€rte, Kollegen, die jahrzehntelang fĂŒr sichere Energie im Einsatz waren, hĂ€tten einen sozialvertrĂ€glichen Kohleausstieg verdient. "FĂŒr die junge Generation mĂŒssen neue Perspektiven eröffnet und die Lausitz und Mitteldeutschland als Energieregion gefestigt werden", so Rudolf. "Die Menschen dĂŒrfen mit diesen Herausforderungen nicht alleine gelassen werden."


