China, Industrie

EU ĂŒberholt laut Kommission China bei Batterie-Investitionen

24.06.2023 - 11:01:21

Die EuropĂ€ische Union hat im vergangenen Jahr MarktfĂŒhrer China bei Investitionen in Batterietechnik ĂŒberholt.

"In Europa wurden dreieinhalb Mal mehr Investitionen getÀtigt als in China", sagte der VizeprÀsident der EU-Kommission, Maros Sefeovie, der "Welt am Sonntag". "Es ist uns gelungen, 180 Milliarden Euro an Private Equity in den europÀischen Batteriesektor zu holen."

Mit der Einweihung einer ersten Fabrik fĂŒr Kathodenmaterial von BASF am Standort Schwarzheide im sĂŒdlichen Brandenburg am Donnerstag kommender Woche wird nach EinschĂ€tzung von Sefeovie eine wichtige LĂŒcke in der europĂ€ischen Wertschöpfungskette geschlossen. "Derzeit haben wir etwa 30 Gigafactory-Projekte in der Planung, aber was uns völlig fehlte, war die Produktion von aktivem Kathoden- und Anodenmaterial", sagte er. Es sei eine enorme Chance, dass BASF in die Lausitz investiere und sich genau auf das konzentriere, was an BatterieproduktionskapazitĂ€ten in Europa fehle. Der EuropĂ€ische Rechnungshof hatte vergangene Woche davor gewarnt, dass der fĂŒr 2035 anvisierte Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ohne einen deutlich schnelleren Ausbau der Batteriefertigung nicht gelingen dĂŒrfte. Sefeovie hĂ€lt die europĂ€ischen Ziele jedoch noch fĂŒr erreichbar. "Unsere erste EinschĂ€tzung war, dass wir bis zum Ende des Jahrzehnts in der Lage sein sollten, 80 bis 90 Prozent des Batteriebedarfs der europĂ€ischen Automobilindustrie zu decken, und das ist immer noch unser Ziel", sagte er der "Welt am Sonntag". Die Herausforderung sei jedoch groß, "weil die Energiepreise sehr hoch sind und wir einen globalen Wettbewerb bei der Suche nach neuen kritischen Rohstoffen sehen." Es ist das Ziel der EuropĂ€ischen Union, die Hersteller von Elektroautos unabhĂ€ngiger von internationalen Lieferketten zu machen. Einer Auswertung der Beratungsfirma Alix Partners zufolge werden bislang mehr als 98 Prozent der in Europa verkauften Batteriezellen von asiatischen Unternehmen produziert.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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