Konjunktur, Politik/Regierungen

Mainzer MinisterprĂ€sident fĂŒr stĂ€rkere Besteuerung von US-Tech-Konzernen

08.04.2025 - 15:55:00

Die EuropÀische Union sollte nach Ansicht des rheinland-pfÀlzischen MinisterprÀsidenten Alexander Schweitzer im Zollstreit mit den USA auch die milliardenschweren Tech-Konzerne in den Blick nehmen und auf höhere Abgaben dringen.

"Es kann doch nicht sein, dass ein BĂ€ckermeister proportional mehr Steuern zahlt als die Tech-MilliardĂ€re. Sie mĂŒssten stĂ€rker besteuert werden als bisher", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Das jetzt auf den Tisch zu bringen und deutlich zu machen, dass die EuropĂ€ische Union auch ZĂ€hne hat, das fĂ€nde ich jetzt angezeigt."

"Die EuropĂ€ische Union sollte sich auf die eigene StĂ€rke besinnen", betonte Schweitzer. Sie habe starke Argumente auf ihrer Seite, sei mit 440 Millionen Menschen ein extrem wichtiger und kaufkrĂ€ftiger Binnenmarkt. "Das heißt: Wir haben das Potenzial, was Innovation, Konsum und Kaufkraft angeht, ein starkes Wort mitzusprechen im weltweiten Handel."

Schweitzer fĂŒr Doppelstrategie

Schweitzer sprach sich fĂŒr eine Doppelstrategie gegenĂŒber US-PrĂ€sident Donald Trump aus. "Wir mĂŒssen eine robuste Antwort finden, was eigene Zölle und Gegenzölle angeht und gleichzeitig weiterhin die Hand ausstrecken fĂŒr Verhandlungen."

Ähnlich hatte sich am Montag auch der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic geĂ€ußert. Er hatte nach einem Treffen mit den zustĂ€ndigen Ministern der Mitgliedstaaten gesagt, Plan A sei es, auf Verhandlungen zu setzen. Plan B mit einer entschlossenen Reaktion bleibe in der Hinterhand.

MinisterprĂ€sident Schweitzer sagte, es dĂŒrfe nicht wieder zu einer weltwirtschaftlichen Kleinstaaterei kommen. "Zurzeit ist das eine Riesenprovokation und eine wirklich massive Störung des Welthandels, wahrscheinlich eine der grĂ¶ĂŸten seit Jahrzehnten", sagte der Sozialdemokrat. Es mĂŒsse zurĂŒck zu einem regelbasierten Miteinander gehen.

Perspektivisch könne er sich ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA vorstellen. "Wir in Deutschland und Rheinland-Pfalz sind enorme Profiteure des globalen Handels und haben daher ein ureigenes Interesse daran."

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