EU und Schweiz wollen Partnerschaft stÀrken
20.12.2024 - 14:58:11Jahrelange Verhandlungen zwischen Bern und BrĂŒssel ĂŒber eine Aktualisierung bestehender Kooperationsabkommen und mögliche neue Abkommen wurden zur Zufriedenheit beider Seiten abgeschlossen, wie EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und die Schweizer PrĂ€sidentin Viola Amherd in Bern sagten.
"Heute ist ein Tag groĂer Freude", sagte von der Leyen. "Das Abkommen macht unsere Partnerschaft zukunftsfest." Es sei gelungen, "ausgewogene" Lösungen zu erarbeiten, erklĂ€rte Amherd.
Die Schweizer Regierung hatte sich vor mehr als 30 Jahren fĂŒr einen EU-Beitritt ausgesprochen, doch lehnte das Volk 1992 allein schon den Beitritt zum EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum (EWR) mit 50,3 Prozent ab. Seitdem sind rund 25 bilaterale Abkommen geschlossen worden.
Viele Abkommen sind wegen GesetzesĂ€nderungen in der EU aber nicht mehr zeitgemÀà und sollen nun modernisiert werden. Dazu gehört eine dynamische RechtsĂŒbernahme, wobei die Schweiz ihre Bestimmungen jeweils aktualisiert, um die Harmonie mit EU-Regeln zu wahren. Neu soll die Schweiz nun verbindlich einen Beitrag zur Förderung strukturschwacher Regionen in der EU ĂŒber 375 Millionen Euro pro Jahr zahlen. ZusĂ€tzliche Zusammenarbeit wurde unter anderem beim Gesundheitsschutz und der Weltraumforschung beschlossen.
Nicht in der EU, aber im Schengenraum
Die Schweiz gehört unter anderem zum Schengenraum der europĂ€ischen LĂ€nder, die auf systematische Personenkontrollen an den Grenzen verzichten. Sie hat weitgehend Zugang zum EU-Binnenmarkt und es gilt mit gewissen Auflagen die PersonenfreizĂŒgigkeit. Zudem arbeiten beide Seiten unter anderem in den Bereichen Asyl, Landwirtschaft, Forschung, Staatsbeihilfen, Informationsaustausch Banken, Emissionshandel und Polizei zusammen.
Wie geht es weiter? Die Schweiz muss nun innenpolitisch die nötigen Anpassungen der eigenen Regeln vornehmen, dann geht das Paket ins Parlament. Die wÀhlerstÀrkste Partei, die SVP, ist gegen eine weitere AnnÀherung an die EU und will alles so lange wie möglich hinauszögern. Sie plant auch eine Volksabstimmung zu beantragen. Es könnte bis 2027 oder 2028 dauern, ehe das Gesamtpaket in Kraft tritt.

