EU, Finanzindustrie

EZB tastet Leitzins trotz Nahost-Krieg vorerst nicht an

19.03.2026 - 14:20:22 | dts-nachrichtenagentur.de

Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hat die Zinspause erneut verlÀngert und ihren Leitzins bei 2,0 Prozent belassen.

EZB (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
EZB (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit.

Dementsprechend liegen der Zinssatz fĂŒr die EinlagefazilitĂ€t sowie die ZinssĂ€tze fĂŒr die HauptrefinanzierungsgeschĂ€fte und fĂŒr die SpitzenrefinanzierungsfazilitĂ€t unverĂ€ndert bei 2,00 Prozent, 2,15 Prozent beziehungsweise 2,40 Prozent.

Man sei entschlossen, dafĂŒr zu sorgen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiere, so der EZB-Rat. Der Krieg im Nahen Osten habe allerdings zu deutlich unsichereren Aussichten gefĂŒhrt. Er habe AufwĂ€rtsrisiken fĂŒr die Inflation und AbwĂ€rtsrisiken fĂŒr das Wirtschaftswachstum zur Folge. Durch höhere Energiepreise werde sich der Krieg auf kurze Frist erheblich auf die Inflation auswirken. Die mittelfristigen Auswirkungen wĂŒrden sowohl von der IntensitĂ€t und der Dauer des Konflikts als auch davon abhĂ€ngen, wie die Energiepreise auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Wirtschaft beeintrĂ€chtigen.

Der EZB-Rat sei aber insgesamt gut gerĂŒstet, um diese Unsicherheit zu bewĂ€ltigen, hieß es weiter. Die Inflation liege in der NĂ€he des Zielwerts von zwei Prozent, die lĂ€ngerfristigen Inflationserwartungen seien fest verankert, und die Wirtschaft habe sich in den letzten Quartalen als widerstandsfĂ€hig erwiesen. Die in nĂ€chster Zeit eingehenden Daten sollen dabei unterstĂŒtzen, die Auswirkungen des Krieges auf die Inflationsaussichten und die damit verbundenen Risiken zu beurteilen, so der EZB-Rat. Man beobachte die Lage genau und der datengestĂŒtzte Ansatz werde dabei helfen, die Geldpolitik dementsprechend festzulegen.

Die neuen von Fachleuten der EZB erstellten Projektionen enthalten ausnahmsweise Informationen bis zum 11. MĂ€rz, einem spĂ€teren Redaktionsschluss als ĂŒblich. Im Basisszenario wird eine Gesamtinflation von durchschnittlich 2,6 Prozent fĂŒr 2026, 2,0 Prozent fĂŒr 2027 und 2,1 Prozent fĂŒr 2028 erwartet. Die Inflation wurde gegenĂŒber den Projektionen vom Dezember, insbesondere fĂŒr 2026, nach oben revidiert. UrsĂ€chlich dafĂŒr ist, dass die Energiepreise aufgrund des Krieges im Nahen Osten höher sein werden.

Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel gehen die Fachleute von durchschnittlich 2,3 Prozent fĂŒr 2026, 2,2 Prozent fĂŒr 2027 und 2,1 Prozent fĂŒr 2028 aus. Dies ist ebenfalls höher als in den Projektionen vom Dezember angenommen, vor allem, weil die höheren Energiepreise auf die Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel durchschlagen.

Die Fachleute erwarten zudem ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 0,9 Prozent fĂŒr 2026, 1,3 Prozent fĂŒr 2027 und 1,4 Prozent fĂŒr 2028. Dies bedeutet, insbesondere fĂŒr 2026, eine AbwĂ€rtsrevision, in der sich die globalen Auswirkungen des Krieges auf die RohstoffmĂ€rkte, die Realeinkommen und das Vertrauen widerspiegeln. Zugleich dĂŒrften die niedrige Arbeitslosigkeit, solide Bilanzen im privaten Sektor und die öffentlichen Ausgaben fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur das Wachstum weiterhin stĂŒtzen.

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