AUSBLICK: EZB dĂŒrfte Leitzinsen erneut senken
28.01.2025 - 14:32:44Januar) voraussichtlich erneut ihre Geldpolitik lockern. Die schwache Wirtschaft und die Erwartung von sinkenden Inflationsraten sprechen laut Ăkonomen fĂŒr weitere Zinssenkungen. Ăkonomen erwarten ĂŒberwiegend, dass die Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte reduziert werden. Der Einlagensatz werde dann auf 2,75 Prozent sinken.
Die EZB hatte angesichts der rĂŒcklĂ€ufigen Inflation und der schwĂ€chelnden Wirtschaft im Juni 2024 ihre Leitzinsen erstmals seit der Inflationswelle gesenkt. Im September, Oktober und Dezember folgten weitere Schritte.
Fast alle EZB-Vertreter signalisierten zuletzt eine weitere Senkung. Auch die Zolldrohungen des neuen US-PrĂ€sidenten Donald Trump Ă€nderten daran nichts. Die EZB sei nicht "ĂŒbermĂ€Ăig besorgt" ĂŒber die möglichen Folgen fĂŒr die Eurozone, sollte die kĂŒnftige US-Handelspolitik die Inflation in den USA erhöhen, sagte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde in der vergangenen Woche in Davos. Demnach befinde sich die Notenbank weiter auf dem Pfad von "graduellen" Zinssenkungen. Lagarde betonte zuletzt immer wieder, dass die Notenbank datenabhĂ€ngig agieren werde.
Die EZB dĂŒrfte damit vom Kurs der US-Notenbank Fed abweichen. Die Fed hatte zuletzt die Erwartungen auf weitere Zinssenkungen gedĂ€mpft. So wird an diesem Mittwoch angesichts der robusten Konjunktur und der hartnĂ€ckigen Inflation nicht mit einer weiteren Zinssenkung in den USA gerechnet.
Noch liegt die Inflation in der Eurozone ĂŒber der von der EZB angestrebten Zielmarke von zwei Prozent. Im Dezember hatte sie 2,4 Prozent betragen. "Allerdings zeigte sich die EZB zuletzt sehr optimistisch, dass der Preisdruck in den kommenden Monaten weiter nachlassen wird", kommentierte Felix Schmidt, Ăkonom bei der Berenberg Bank. Zudem sei die konjunkturelle Entwicklung schwach. "Bis zum Sommer ist mit zwei weiteren Schritten in gleicher Höhe zu rechnen, bevor die Konjunktur im Euroraum wieder etwas an Fahrt gewinnt und die EZB ihre geldpolitische Lockerung voraussichtlich bei einem Einlagensatz in Höhe von 2,25 Prozent beenden wird", schreibt Schmidt.
Ein noch deutlichere Zinssenkung um 0,50 Prozentpunkte wird an diesem Donnerstag von der EZB nicht erwartet. Nach EinschĂ€tzung des Commerzbank-Experten Bernd Weidensteiner sei dieser frĂŒhestens im MĂ€rz möglich. Dann gebe es mehr Klarheit fĂŒr die konkrete Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump und die möglichen Auswirkungen auf den Euroraum. Zudem werde die EZB dann neue Projektionen veröffentlichen. Die Commerzbank erwartet in den kommenden Monaten zwar keinen groĂen Zinsschritt. "Es wĂ€re aber strĂ€flich, eine solche Option vollkommen auszuschlieĂen", schreibt Weidensteiner.

