EZB wĂ€hlt Motive fĂŒr neue Banknoten: Von Beethoven bis Curie
31.01.2025 - 12:01:24Vögel, FlĂŒsse, Bauwerke oder berĂŒhmte Persönlichkeiten wie Marie Curie und Leonardo da Vinci: Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hat eine Vorauswahl an Motiven getroffen, die die geplanten neuen Euro-Geldscheine zieren sollen. «Die neuen Banknoten werden unsere gemeinsame IdentitĂ€t und die Vielfalt symbolisieren, die Europa stark macht», sagte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde.
Beim ersten Thema «EuropĂ€ische Kultur» geht es um gemeinsame KulturstĂ€tten und «herausragende EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er», wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Motive sind etwa die NobelpreistrĂ€gerin Marie Curie, der Komponist Ludwig van Beethoven und der Maler und Bildhauer Leonardo da Vinci. Auf der RĂŒckseite sollen etwa StraĂenkĂŒnstler, eine Bibliothek oder UniversitĂ€t zu sehen sein.
Die zweite Gruppe «FlĂŒsse und Vögel» befasst sich mit der Widerstandskraft und Vielfalt der Natur. Auf der RĂŒckseite der Scheine wĂ€ren europĂ€ische Institutionen zu sehen, zum Beispiel das EuropĂ€ische Parlament oder die EuropĂ€ische Kommission.
«Lebensnahe Motive und WertschĂ€tzung fĂŒr kulturelles Erbe»
«Wir freuen uns, diese lebensnahen Motive vorzustellen, die unser Bekenntnis zu Europa und unsere WertschĂ€tzung fĂŒr sein kulturelles Erbe und seine Natur zum Ausdruck bringen», sagte Lagarde.
Die EZB hatte Ende 2021 einen Prozess zur Neugestaltung der Geldscheine angestoĂen. Notenbanken entwickeln regelmĂ€Ăig neue Banknotenserien, um FĂ€lschern das Handwerk zu erschweren. Zudem will die EZB die Umweltfolgen verringern: Die Scheine sollen zum Beispiel eine lĂ€ngere Lebensdauer haben.
In die Vorauswahl eingeflossen sind die Anregungen von Fachleuten und eine Umfrage, an der 2023 rund 365.000 EuropÀerinnen und EuropÀer teilnahmen.
Bis Verbraucher die neuen Scheine in HĂ€nden halten, wird aber noch Zeit vergehen. Ein Gestaltungswettbewerb soll 2025 stattfinden, damit der EZB-Rat endgĂŒltige Motive 2026 auswĂ€hlen kann. Dann will die EZB die EntwĂŒrfe der Bevölkerung prĂ€sentieren und sie nach ihrer Meinung fragen. In den HĂ€nden halten können die Menschen die neuen Banknoten aber erst einige Jahre spĂ€ter.
Motive auf aktuellen Banknoten bisher eher nĂŒchtern
Die Motive auf aktuellen Euro-Banknoten sind anders als bei frĂŒheren nationalen WĂ€hrungen relativ nĂŒchtern: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Die ersten Euro-Banknoten wurden am 2002 ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen komplett.
«Setzen heute und in Zukunft auf Bargeld»
Zugleich bekennt sich die EZB nun zum Bargeld. «Wir arbeiten an neuen Banknoten, da wir heute und in Zukunft auf Bargeld setzen. Banknoten sind ein Symbol der europĂ€ischen Einheit», sagte Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums.Â
Die Bundesbank begrĂŒĂte die Auswahl europĂ€ischer Persönlichkeiten fĂŒr die kĂŒnftigen Banknoten. «Die sechs ausgewĂ€hlten Frauen und MĂ€nner verkörperten sehr gut europĂ€ische Kultur und Werte», sagte Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel auf Anfrage. «Sie reprĂ€sentieren ein historisch breites Spektrum an europĂ€ischer Musik, Wissenschaft, Literatur und Kunst.» Die Persönlichkeiten hĂ€tten es verdient, auf den kĂŒnftigen Banknoten abgebildet zu sein. «Mit der EinfĂŒhrung der dritten Euro-Banknotenserie unterstreicht das Eurosystem zugleich sein Bekenntnis zum Bargeld.»





