Ifo-Institut, Wachstumsprognose

Ifo-Institut senkt Wachstumsprognose auf 0,2 Prozent

06.03.2024 - 10:57:09

Die Experten sind sich einig: Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nur minimal wachsen. Privater Konsum und Exporte ziehen zunÀchst kaum an. In der zweiten JahreshÀlfte soll es besser werden.

Das Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose fĂŒr dieses Jahr erneut gesenkt. Nach dem RĂŒckgang des Bruttoinlandsprodukts im vergangenen Jahr erwarten die MĂŒnchner Wirtschaftsforscher im laufenden Jahr nur 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum. Im Dezember hatten sie noch mit 0,9 Prozent gerechnet, im Januar mit 0,7 Prozent.

«Die Konsum-ZurĂŒckhaltung, die hohen Zinsen und Preissteigerungen, die SparbeschlĂŒsse der Regierung und die schwache Weltkonjunktur dĂ€mpfen derzeit die Konjunktur in Deutschland und fĂŒhren erneut zu einer Winterrezession», sagte Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user.

Mit sinkenden Zinsen, geringerer Inflation und steigender Kaufkraft fĂŒr die Verbraucher werde sich die Wirtschaftsleistung zur Jahresmitte jedoch beschleunigen. FĂŒr das kommende Jahr erhöhte das Ifo-Institut seine Wachstumsprognose um 0,2 Punkte auf 1,5 Prozent.

Auch IfW pessimistischer

Auch nach EinschĂ€tzung der Experten des Kiel Instituts fĂŒr Weltwirtschaft (IfW) verlĂ€ngert sich Deutschlands Weg aus dem Konjunkturtief. Laut jĂŒngster Prognose zeichnet sich erst nach dem FrĂŒhjahr eine Erholung ab. Im Winterhalbjahr dĂŒrfte die Wirtschaftsleistung noch schrumpfen und im Gesamtjahr 2024 mit einem Plus von 0,1 Prozent kaum mehr als stagnieren. Damit revidierte das IfW Kiel seine Erwartungen aus der Winterprognose deutlich um 0,8 Prozentpunkte nach unten.

GrĂŒnde: Privater Konsum und Exporte erholen sich spĂ€ter beziehungsweise weniger dynamisch, zudem zeigen sich die Investitionen Ă€ußerst schwach. FĂŒr 2025 belĂ€sst das IfW Kiel seine Prognose unverĂ€ndert und sieht den Zuwachs der Wirtschaftsleistung bei 1,2 Prozent. Die Inflationsrate dĂŒrfte auf unter 2 Prozent, das Finanzierungsdefizit des Staates auf unter 0,8 Prozent zurĂŒckgehen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) hatte erst kĂŒrzlich den Jahreswirtschaftsbericht fĂŒr 2024 vorgestellt. Auch die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent.

Ifo erwartet RekordbeschÀftigung

Die Preise dĂŒrften laut Ifo-Institut dieses Jahr um 2,3 Prozent steigen, nĂ€chstes Jahr sogar nur noch um 1,6 Prozent, nach 5,9 Prozent im vergangenen Jahr. Überwiegend gute Nachrichten erwarten die Wirtschaftsforscher auch vom Arbeitsmarkt. Trotz der Flaute werde die Zahl der BeschĂ€ftigten von 45,9 auf 46,1 Millionen steigen und im kommenden Jahr die Rekordzahl von 46,2 Millionen erreichen. Allerdings werde die Zahl der Arbeitslosen dieses Jahr von 2,6 auf 2,7 Millionen zunehmen; die Arbeitslosenquote steige von 5,7 auf 5,9 Prozent. Im kommenden Jahr soll die Arbeitslosenzahl aber unter 2,6 Millionen sinken.

Die deutschen Exporte dĂŒrften 2024 um 1,5 Prozent zurĂŒckgehen, aber im kommenden Jahr um 3,4 Prozent wachsen. Das Staatsdefizit sinkt laut Ifo-Prognose von 87,4 auf 76 Milliarden Euro in diesem Jahr und 44,6 Milliarden Euro im nĂ€chsten Jahr.

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