Fahrradbranche fordert Ausbau von Radwegen und Subventionen
14.06.2023 - 12:46:48Die deutsche Fahrradbranche fordert mehr UnterstĂŒtzung von der Politik im Zuge der Verkehrswende. «Um eine rasche Verkehrsverlagerung zu erreichen, muss umgehend ein flĂ€chendeckendes Radwegenetz eingerichtet werden», erklĂ€rte der Verband Zukunft Fahrrad am Mittwoch in Berlin. Es brauche eine nachhaltige Verkehrspolitik, die mehr Menschen zum Fahrradfahren ermutige, indem sie eine sichere und leistungsfĂ€hige Infrastruktur bereitstelle.
Nötig seien etwa Radschnellwege und sicheren Kreuzungen, so der Verband, der Hersteller, HÀndler, Start-ups und Dienstleister vertritt. Zudem könnten gut ausgebaute Radwege, die in StÀdten und Gemeinden oft fehlten, den Fahrradtourismus ankurbeln.
Vorbild Frankreich
Der Verband forderte ferner gezielte Subventionen fĂŒr die Branche, etwa fĂŒr eine RĂŒckholung der Fahrradproduktion nach Deutschland, GewerbesteuernachlĂ€sse fĂŒr Hersteller und eine Senkung der Mehrwertsteuer auf FahrrĂ€der. Zudem solle die Politik Firmen beim Umbau ihrer betrieblichen Fahrradflotten unterstĂŒtzen, Kaufanreize fĂŒr LastenrĂ€der ausbauen und Sharing-Angebote stĂ€rken. LĂ€nder wie Frankreich oder Portugal stĂ€rkten die heimische Fahrradproduktion mit gezielter Förderung. «Mit angemessener politischer UnterstĂŒtzung könnte die starke Fahrradindustrie hierzulande noch mehr leisten», sagte Wasilis von Rauch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Zukunft Fahrrad.
Der Verein verwies auf das Wachstum der Branche, die in der Corona-Pandemie eine Sonderkonjunktur erlebt hatte. Im Jahr 2022 habe die Fahrradbranche rund 63.000 Menschen beschĂ€ftigt in den Kernbereichen Herstellung, Handel und Dienstleistungen rund um Sharing, Verleih und Leasing von RĂ€dern. Das seien 30 Prozent mehr BeschĂ€ftigte als 2019, hieĂ es in Berechnungen des Transportation Think Tank T3 fĂŒr den Verband. Dazu komme noch der Fahrradtourismus.
Der Umsatz in den Kernbereichen sei zwischen 2019 auf 2022 um 70 Prozent auf rund 28 Milliarden Euro gestiegen. Am stÀrksten wuchsen demnach Dienstleistungen, angetrieben vom Dienstrad-Leasing. Bereits jedes vierte neue E-Bike sei geleast.
Die Fahrradbranche hatte in der Pandemie immense Nachfrage erlebt, es kam zu Lieferschwierigkeiten. Zuletzt ebbte der Boom ab, was sich bei einigen HĂ€ndlern in vollen Lagern und Rabatten bemerkbar macht.


