ROUNDUP, BKA

BKA registriert mehr FÀlle von WirtschaftskriminalitÀt

31.07.2025 - 15:39:32

Die Fallzahlen bei der WirtschaftskriminalitÀt in Deutschland sind 2024 deutlich gestiegen.

Allein beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen gab es ein Plus von 847,6 Prozent, wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte. Dazu hat den Angaben zufolge ein umfangreiches Ermittlungsverfahren in Schleswig-Holstein beigetragen, bei dem es um Betrug und Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen gegangen sei.

Wie das BKA in Wiesbaden mitteilte, wurden im zurĂŒckliegenden Jahr insgesamt 61.358 Wirtschaftsdelikte von der Polizei registriert und damit knapp 58 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Bei den aktenkundigen Delikten wurde allein bei 39.207 FĂ€llen wegen Betruges ermittelt und bei 20.553 FĂ€llen wegen Abrechnungsbetruges im Gesundheitswesen.

Höhere AufklÀrungsquote

Die AufklÀrungsquote lag 2024 insgesamt bei rund 89 Prozent (2023: 85,2 Prozent). Bei WirtschaftskriminalitÀt kommen die Ermittler laut BKA den TatverdÀchtigen deutlich hÀufiger auf die Schliche als bei der GesamtkriminalitÀt. Bei allen Straftaten, die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst sind, liege die AufklÀrungsquote bei 58 Prozent.

Der Fallzahlenanstieg in der WirtschaftskriminalitĂ€t sei maßgeblich auf eine deutliche Zunahme erfasster FĂ€lle von Betrug (plus 116,7 Prozent) und Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen zurĂŒckzufĂŒhren, teilte das BKA unter Verweis auf den großen Ermittlungskomplex in Schleswig-Holstein mit.

Betrug mit Abrechnungen fĂŒr Blutuntersuchungen

Nach Auskunft des Landeskriminalamtes in Kiel handelt es sich um ein Verfahren mit 18.595 FĂ€llen. "Die GeschĂ€digten hatten spezielle Blutuntersuchungen als Privatleistung bei einem Labor in Nordfriesland in Auftrag gegeben", erlĂ€uterte eine Sprecherin. "Sie erhielten Ergebnisse und Rechnungen, obwohl tatsĂ€chlich keine der vereinbarten Blutuntersuchungen durchgefĂŒhrt worden ist." Es sei ein Schaden von mehr als sieben Millionen Euro entstanden. "Zu diesen FĂ€llen konnte ein TatverdĂ€chtiger ermittelt werden, der allerdings wĂ€hrend des laufenden Verfahrens verstorben ist", ergĂ€nzte die LKA-Sprecherin.

Massive finanzielle SchÀden und Bandenstrukturen

"Insbesondere der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen stellt ein KriminalitÀtsphÀnomen mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz sowie hoher SozialschÀdlichkeit dar und verursacht massive finanzielle SchÀden", erlÀuterte das BKA. "Zudem zeigen sich vermehrt Bandenstrukturen bis hin zu organisierter KriminalitÀt, begleitet von GeldwÀsche und Steuerdelikten."

WirtschaftskriminalitĂ€t richtet in Deutschland immense finanzielle SchĂ€den an. Im Jahr 2024 betrug die Schadenssumme laut BKA 2,76 Milliarden Euro (2023: 2,68 Milliarden Euro). Wirtschaftsdelikte seien fĂŒr mehr als ein Drittel des in der Kriminalstatistik ausgewiesenen Gesamtschadens verantwortlich, obwohl ihr Anteil der dort erfassten Straftaten nur rund ein Prozent betrage, erlĂ€uterten die Ermittler./löb/DP/jha

@ dpa.de