'CNN': Bidens Familie gegen RĂŒckzug aus Wahlkampf
01.07.2024 - 05:38:34Seine Angehörigen hĂ€tten dem Demokraten bei einem Familientreffen in Camp David, dem Landsitz des US-PrĂ€sidenten nahe Washington, ihre "uneingeschrĂ€nkte UnterstĂŒtzung" angeboten, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte Berater Bidens. Auch die "New York Times" schrieb unter Berufung auf Bidens Umfeld, seine Familie plĂ€diere dafĂŒr, dass der Demokrat trotz seines viel kritisierten Auftritts beim TV-Duell gegen den Republikaner Trump nicht aufgibt.
Biden kam am Wochenende nach einer Reihe von Wahlkampfveranstaltungen in Camp David mit seiner Familie zusammen. Der Trip war bereits lĂ€nger geplant. Das WeiĂe Haus bemĂŒhte sich, den Eindruck zu vermeiden, dass es sich um ein Krisentreffen handele. Stattdessen stand ein Fotoshooting mit der berĂŒhmten Fotografin Annie Leibovitz auf dem Programm - Bidens Kinder und Enkelkinder reisten eigens dafĂŒr an.
Bericht: Bidens Familie unzufrieden mit Beratern
Biden hofft wie sein AmtsvorgĂ€nger Trump auf einen Sieg bei der PrĂ€sidentenwahl im November. Bisher deutete vieles auf ein enges Rennen hin, doch Bidens Kritiker sehen sich durch seine desaströse Darbietung beim ersten TV-Duell am Donnerstagabend (Ortszeit) in ihrer Ansicht bestĂ€tigt, dass der Demokrat nicht mehr fĂŒr das Amt geeignet ist und besser einem jĂŒngeren Kandidaten das Feld ĂŒberlassen sollte. Die Debatte hat rasant an Fahrt gewonnen, doch Biden trotzt derartigen Forderungen bisher und bemĂŒht sich um Schadensbegrenzung. Auch seine Ehefrau Jill stellt sich demonstrativ hinter den US-PrĂ€sidenten.
Das Portal "Politico" berichtete nun, Bidens Familie habe sich in Camp David besonders ĂŒber die engsten Mitarbeiter des Demokraten echauffiert. Sie trĂŒgen die Schuld am Misserfolg des PrĂ€sidenten bei der Debatte, hieĂ es unter Berufung auf das Umfeld der Familie. Biden sei nicht bereit gewesen, Trump mehr anzugreifen und habe sich zu sehr darauf versteift, seine Bilanz zu verteidigen, anstatt eine Vision fĂŒr eine zweite Amtszeit zu skizzieren. AuĂerdem sei er ĂŒberarbeitet gewesen, soll die Familie kritisiert haben. Ein ranghoher Mitarbeiter Bidens wies "Politico" zufolge zurĂŒck, dass sich die Wut der Angehörigen gegen bestimmte Mitarbeiter richte.
Zweifel an Bidens Eignung fĂŒr eine zweite Amtszeit wegen seines hohen Alters gibt es seit Langem. Sollte er die Wahl im November gewinnen, wĂ€re er bei Vereidigung im neuen Jahr 82 Jahre alt. WĂ€hrend die Demokraten gehofft hatten, dass Biden bei der Debatte zeigt, wie fit er noch sei, passierte genau das Gegenteil: Biden verlor bei dem TV-Spektakel vor Millionenpublikum mehrmals den Faden, nuschelte, starrte mit offenem Mund ins Leere und konnte hĂ€ufig seine SĂ€tze nicht richtig beenden.
Die Demokratische Partei steht aktuell zwar öffentlich hinter ihm. Sollten sich Bidens Umfragewerte in den kommenden Tagen aber verschlechtern, könnte sich das schnell Àndern.

