Bafin, Nachzahlungen

Bafin erwartet hohe Nachzahlungen an Sparkassen-Kunden

09.09.2024 - 13:44:17

Die Finanzaufsicht Bafin erwartet im Streit um den Umgang mit PrÀmiensparvertrÀgen hohe Nachzahlungen von den Sparkassen.

Er sei ĂŒberzeugt, dass am Ende viel Geld an die Kunden zurĂŒckfließen werde - auch, weil man sich bei dem Thema frĂŒhzeitig positioniert habe, sagte Bafin-Chef Mark Branson dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). Um die richtige Zinsberechnung in PrĂ€miensparvertrĂ€gen, die vor allem von Sparkassen verkauft wurden, wird seit Jahren gerungen. Die Bafin findet, dass viele Banken die Zinsen zulasten der Sparer zu niedrig kalkuliert haben, und hat deshalb bereits im Sommer 2021 in einer AllgemeinverfĂŒgung Nachzahlungen gefordert. Im Juli 2024 Ă€ußerte sich der Bundesgerichtshof (BGH) erstmals konkret zur Art der Zinsberechnung und legte fĂŒr bestimmte VertrĂ€ge einen Referenzzins fest, an dem sich die Institute orientieren sollen.

Die Bafin werte aktuell die UrteilsbegrĂŒndung aus und prĂŒfe dann, "wie wir weiter vorgehen", sagte Branson. Die meisten Banken weigern sich bisher zu bezahlen. Weil viele Institute PrĂ€miensparvertrĂ€ge inzwischen gekĂŒndigt haben, drohen die AnsprĂŒche von Kunden zu verjĂ€hren. "Das ist leider oft ein Problem", rĂ€umte Branson ein. "Durch eine AllgemeinverfĂŒgung der Bafin wird die VerjĂ€hrung nicht gestoppt." An die Kunden hat Branson deshalb einen klaren Rat: Man empfehle Verbrauchern, ihre PrĂ€miensparvertrĂ€ge rasch zu ĂŒberprĂŒfen und ihre Bank oder Sparkasse darauf anzusprechen.

@ dts-nachrichtenagentur.de