Schwere KĂ€mpfe im Osten der Ukraine
16.12.2024 - 06:35:00Der Generalstab in Kiew fĂŒhrte in seinem abendlichen Lagebericht insgesamt 214 KĂ€mpfe an den verschiedenen Frontabschnitten auf. Schwerpunkte waren einmal mehr die Regionen um Pokrowsk und Kurachowe am Rande des Donbass, wo russische Truppen in den vergangenen Tagen mit Massenangriffen gröĂere GelĂ€ndegewinne erzielt hatten. Beide Seiten widersprachen sich in ihren Berichten, so dass ein unabhĂ€ngiger Blick auf den exakten Frontverlauf nicht möglich war. "Die Lage dort ist und bleibt ernst", sagte dazu der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj.
Der MilitÀrblog "DeepState" meldete, dass die ukrainischen StreitkrÀfte zumindest ihre Stellung bei Kolisnykivka in der Region Charkiw wiederhergestellt hÀtten.
Auch die von der Ukraine besetzten Abschnitte in der westrussischen Region Kursk waren einmal mehr schwer umkĂ€mpft. Russische Truppen versuchten, die von ukrainischen Einheiten seit dem Sommer besetzten Gebiete zurĂŒckzuerobern. Die in die russischen VerbĂ€nde eingegliederten nordkoreanischen Soldaten erlitten dabei nach ukrainischen Berichten erstmals schwere Verluste.
Die dort eingesetzte ukrainische Einheit "Madjar" veröffentlichte auf der Plattform X die Videoaufnahme einer AufklÀrungsdrohne, die im Schnee nebeneinander liegende Leichen von Soldaten zeigt. Nach der Darstellung von "Madjar" hatten nordkoreanische Soldaten nach schweren Gefechten ihre gefallenen Kameraden an einem Frontabschnitt gesammelt. Eine unabhÀngige BestÀtigung dazu war nicht erhÀltlich.
Nordkorea unterstĂŒtzt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit rund 10.000 Soldaten, die nach einer kurzen Ausbildung mit neuer Bewaffnung und AusrĂŒstung an die Front bei Kursk verlegt wurden.
Ukrainisches MilitÀr zerstört russischen Versorgungszug
Ukrainische Kommandotruppen zerstörten nach eigener Darstellung in Zusammenwirken mit Artillerie und Drohnen einen russischen Versorgungszug. Durch Sprengung der Schienen in der Region Saporischschja sei der Zug, der aus 40 Tankwaggons bestand, zum Anhalten auf freier Strecke gezwungen worden. Daraufhin seien zunĂ€chst die Lokomotive und der letzte Waggon mit weitreichender Raketenartillerie angegriffen worden, ehe Kampfdrohnen die ĂŒbrigen Waggons attackierten und in Brand setzten.
Wie ukrainische Medien weiter unter Berufung auf den militĂ€rischen Geheimdienst HUR berichteten, wurde mit diesem Angriff nicht nur die Versorgung der russischen Truppen mit Treibstoff unterbrochen. Daneben sei eine wichtige Bahn-Versorgungsstrecke des russischen MilitĂ€rs fĂŒr lĂ€ngere Zeit auĂer Betrieb gesetzt worden. Die "Ukrajinska Prawda" veröffentlichte auf der Plattform X ein Video einer AufklĂ€rungsdrohne, das nach Angaben des Blattes den Angriff auf den Zug zeigt.
Ukrainische Medien berichteten zudem von einem Anschlag auf Gleisanlagen in der russischen Stadt Uljanowsk an der Wolga. Die Regionalverwaltung von Uljanowsk wies entsprechende Berichte in den sozialen Medien als "Fake" zurĂŒck.
Moskau rĂŒgt Berliner Ukraine-Kurs und deutschen Botschafter
Das russische AuĂenministerium kritisierte unterdessen den deutschen Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, nach seinen Aufrufen zum Frieden stellvertretend fĂŒr die Politik der Bundesregierung. Graf Lambsdorff solle seine Aufrufe an den Westen und den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj richten, schrieb die Sprecherin des russischen AuĂenministeriums, Maria Sacharowa, auf ihrem Telegramkanal. "Die direkte Verantwortung fĂŒr den Tod der Menschen liegt beim kollektiven Westen, der mit Waffenlieferungen die Fortsetzung des BlutvergieĂens stimuliert."
Auslöser der Schelte waren ĂuĂerungen Lambsdorffs bei einem Weihnachtskonzert in Moskau vor mehreren Hundert Zuschauern. Dort hatte er seine Hoffnung auf Frieden erklĂ€rt.
Russlands PrÀsident Wladimir Putin begann vor knapp drei Jahren die Invasion der Ukraine mit einem massiven Raketenangriff auf das Nachbarland. Seither wurden Hunderte StÀdte und Gemeinden in der Ukraine zerstört. SchÀtzungen zufolge wurden Zehntausende Menschen, darunter auch viele Zivilisten, getötet.
Viele Kriegsverbrechen, vor allem der russischen Armee, wurden dokumentiert. Trotzdem macht der Kreml fĂŒr die Gewalt allein die von ihm angegriffene Ukraine und den Westen verantwortlich. Auch Sacharowa erklĂ€rte einmal mehr, Kiew habe die Friedensverhandlungen blockiert. Russland gibt sich nach auĂen hin gesprĂ€chsbereit, stellt aber fĂŒr Friedensverhandlungen Bedingungen, die einer Kapitulation der Ukraine nahekommen.

