Regio, Praxis

DB Regio kritisiert Praxis der LĂ€nder beim Schienen-Nahverkehr

24.09.2024 - 13:35:39

Die fĂŒr den Regionalverkehr zustĂ€ndige VorstĂ€ndin der Deutschen Bahn AG, Evelyn Palla, kritisiert die Praxis der BundeslĂ€nder bei der Vergabe von Verkehrsleistungen im Nahverkehr.

"Die Ausschreibungen fĂŒr den Schienenverkehr sind zum Teil reformbedĂŒrftig", sagte Palla der "Welt". Der Wettbewerb werde immer schwieriger, weil viele AufgabentrĂ€ger immer detailliertere Anforderungen stellten, die den Unternehmen kaum noch Spielraum fĂŒr unternehmerisches Handeln ließen. Als AufgabentrĂ€ger werden im Nahverkehr Institutionen auf LĂ€nderebene bezeichnet - VerkehrsverbĂŒnde, Landesgesellschaften oder Landesministerien -, die genau festgelegte Verkehrsleistungen auf regionalen Netzen oder einzelnen Strecken fĂŒr mehrere Jahre ausschreiben, worum sich dann private Unternehmen oder DB Regio bewerben können. Bei jener Vergabe der jeweiligen Netze seien "manche Lose bei der Netze-Vergabe so klein, dass die Unternehmen keine Synergien in grĂ¶ĂŸeren Verbundsystemen entwickeln können und das Verkehrsnetz dadurch ineffizient und teuer wird", sagte Palla.

"Hinzu kommt, dass die AufgabentrĂ€ger die Art der Triebfahrzeuge haarklein vorschreiben, mit der Folge, dass dort ZĂŒge aus Nachbarnetzen nicht fahren können. Im Ergebnis haben wir bei DB Regio mittlerweile eine Vielzahl von kleinen und kleinsten Flotten unterschiedlicher Baureihen. Das fĂŒhrt zu einer irrsinnigen KomplexitĂ€t im Betrieb und vor allem in der Instandhaltung." Generell gebe es im System des Öffentlichen Personennahverkehrs "Effizienzreserven", sagte Palla. "Die gilt es zu nutzen, bevor nach noch mehr staatlichem Geld verlangt wird. Wenn wir zum Beispiel integrierte MobilitĂ€tskonzepte ĂŒber die verschiedenen VerkehrstrĂ€ger ausschreiben, können wir die doppelten Verwaltungsstrukturen fĂŒr Bus, RegionalzĂŒge und On-Demand-Ausschreibungen ĂŒberwinden. Außerdem muss das Deutschlandticket die aufwendigen Tarifstrukturen fĂŒr andere Ticketkategorien, die nicht mehr nachgefragt werden, ersetzen." Ein Problem bestehe auch darin, dass der von den LĂ€ndern bestellte Regionalverkehr auf dem Schienennetz immer mehr Raum beanspruche. "TatsĂ€chlich nimmt der Nahverkehr auf dem Schienennetz und vor allem in den Knoten der GroßstĂ€dte sehr viel KapazitĂ€t in Anspruch", sagte Palla. Der Regionalverkehr sei "ĂŒberproportional gewachsen".

@ dts-nachrichtenagentur.de