Höchste, Unfallgefahr

Höchste Unfallgefahr auf dem Bau und in der Abfallentsorgung

21.10.2023 - 07:22:48

Die Gefahr, einen Arbeitsunfall zu erleiden, unterscheidet sich zwischen den Berufen erheblich. Sogar die Arbeit mit Kindern kann riskant sein.

Das höchste Risiko eines Arbeitsunfalls haben in Deutschland BeschÀftigte in Baukonstruktionsberufen wie Zimmerleute, Maurer oder Bautischler. Das geht aus einer Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Demnach wurden im vergangenen Jahr in dieser Berufsgruppe 124 meldepflichtige ArbeitsunfÀlle auf 1000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer registriert.

Ein erhöhtes Unfallrisiko haben den Angaben zufolge auch BeschĂ€ftigte in der Abfallentsorgung mit 95 meldepflichtigen ArbeitsunfĂ€llen auf 1000 BeschĂ€ftigte. Auch Berufe der Kinder- und Lernbetreuung liegen mit 87 UnfĂ€llen pro 1000 BeschĂ€ftigten in der Skala oben. Die Unfallversicherung fĂŒhrt das auf Stolper-, Rutsch- und SturzunfĂ€lle sowie Verletzungen an EinrichtungsgegenstĂ€nden, Möbeln, Sport- und Spielzeug bei der Arbeit mit Kindern zurĂŒck.

19 UnfÀlle pro 1000 BeschÀftigte im Schnitt

Im Durchschnitt ĂŒber alle Berufe lag die Unfallquote bei knapp 19 ArbeitsunfĂ€llen je 1000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Bei den Unfallquoten erhebt die Unfallversicherung die UnfĂ€lle, die zu einer ArbeitsunfĂ€higkeit von mindestens vier Tagen fĂŒhren und setzt diese ins VerhĂ€ltnis zu den BeschĂ€ftigten und der durchschnittlich geleisteten Arbeitszeit nach Berufsgruppen.

In der Liste der Berufe mit erhöhtem Risiko folgen die AusbaufachkrĂ€fte (77) wie zum Beispiel Dachdecker und Dachdeckerinnen oder Fliesenleger und Fliesenlegerinnen. Dann Berufe in der Nahrungsmittelverarbeitung (68) wie BĂ€ckerinnen und BĂ€cker oder Fleischerinnen und Fleischer. Auch LokomotivfĂŒhrer und -fĂŒhrerinnen (63) haben ein hohes Risiko. Hier sind Ausfallzeiten aufgrund einer beruflich bedingten psychischen Belastung der Hauptgrund. Dagegen haben BĂŒro- und SekretariatskrĂ€fte mit einer Quote von unter 2 meldepflichtigen UnfĂ€llen je 1000 Personen ein relativ geringes Unfallrisiko.

PrÀvention gefordert

DGUV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Hussy sagte: «Um das Unfallrisiko zu minimieren, ist es auf jeden Fall wichtig, die BeschĂ€ftigten einzubinden.» Eine «Kultur der PrĂ€vention» könne helfen, Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsalltag einen hohen Stellenwert zu geben.

Die HĂ€ufigkeit, mit der sich in Deutschland Arbeits- oder WegeunfĂ€lle ereignen, ist dabei regional unterschiedlich. Hohe Quoten fĂŒr ArbeitsunfĂ€lle gebe es zum Beispiel fĂŒr einige Landkreise in der Eifel, im Emsland oder auch auf der SchwĂ€bischen Alb. Ein geringes Risiko hingegen zeigte sich in Kreisen wie Landshut oder Karlsruhe. Die genauen Ursachen seien unklar, generell hĂ€tten aber verarbeitende Industrie und Handwerk höhere Unfallquoten.

@ dpa.de