Tote, Baustellen

78 Tote auf Baustellen im vergangenen Jahr

11.07.2025 - 04:00:42

Die Gefahren am Bau sind vielfĂ€ltig, jedes Jahr sterben Dutzende BeschĂ€ftigte bei ihren Arbeiten. Doch einige Statistiken machen Hoffnung fĂŒr die Zukunft.

  • Die BG Bau versucht, mit viel PrĂ€vention die Zahl der ArbeitsunfĂ€lle zu senken. Ebenfalls ein wichtiges Thema: der Schutz vor Hitze und Sonnenstrahlen. (Archivbild) - Foto: Florian Gaertner/dpa/dpa-tmn

    Florian Gaertner/dpa/dpa-tmn

  • Die Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten steigen stetig. (Symbolbild) - Foto: Stefan Sauer/dpa

    Stefan Sauer/dpa

Die BG Bau versucht, mit viel PrÀvention die Zahl der ArbeitsunfÀlle zu senken. Ebenfalls ein wichtiges Thema: der Schutz vor Hitze und Sonnenstrahlen. (Archivbild) - Foto: Florian Gaertner/dpa/dpa-tmnDie Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten steigen stetig. (Symbolbild) - Foto: Stefan Sauer/dpa

78 Menschen sind im vergangenen Jahr bei ArbeitsunfĂ€llen auf Baustellen in Deutschland ums Leben gekommen. Das sind zwei Tote mehr als 2023, wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft mitteilte. Die drei Hauptursachen fĂŒr tödliche UnfĂ€lle am Bau sind demnach AbstĂŒrze (36 Prozent), herabfallende oder kippende Bauteile (26 Prozent) sowie UnfĂ€lle mit Baumaschinen (15 Prozent). 

«Wenn es zu tödlichen ArbeitsunfĂ€llen kommt, ist das in der Regel auf grobe VerstĂ¶ĂŸe gegen das bestehende Regelwerk zurĂŒckzufĂŒhren», sagte Frank Werner von der BG Bau der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der tödlichen ArbeitsunfĂ€lle ist im langjĂ€hrigen Vergleich rĂŒcklĂ€ufig, vor zehn Jahren wurden noch mehr als 100 FĂ€lle registriert. 

Die hÀufigsten Verletzungen am Bau

Die Zahl der ArbeitsunfĂ€lle in der Bauwirtschaft insgesamt geht seit Jahren stetig zurĂŒck. 2024 wurden 91.813 UnfĂ€lle gezĂ€hlt - nach mehr als 96.000 im Jahr 2023. «Der Bau und die baunahen Dienstleistungen liegen bei den ArbeitsunfĂ€llen noch immer deutlich ĂŒber anderen Branchen. Aber wir sind auf einem guten Weg», sagte Werner. Ein Drittel der Verletzungen am Bau betrifft die HĂ€nde, fast 18 Prozent der Verletzungen die FĂŒĂŸe und die Sprunggelenke.

Die hÀufigsten Berufskrankheiten am Bau

WĂ€hrend die Berufsgenossenschaft bei den ArbeitsunfĂ€llen Erfolge verzeichnet, geht die Zahl der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten stetig weiter nach oben. 2024 waren es etwas mehr als 21.000 - im Vergleich zu rund 15.800 im Jahr 2020. «Ein Grund ist, dass die Menschen deutlich Ă€lter werden - Erkrankungen, die zu einer Verdachtsanzeige fĂŒhren, können also auch spĂ€ter auftreten», sagt Werner. Zudem gehe besonders die jĂŒngere Generation sensibler mit dem Thema Gesundheit um. Lange nicht alle Verdachtsanzeigen fĂŒhren zur Anerkennung einer Berufskrankheit.

Die hÀufigsten Berufskrankheiten am Bau sind LÀrmschwerhörigkeit, Hautkrebs durch UV-Strahlung der Sonne und bandscheibenbedingte
WirbelsÀulenerkrankungen. 

Das wichtigste Thema im Sommer am Bau

Viele BeschĂ€ftigte am Bau sind bei ihrer Arbeit stundenlang Hitze und Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Die BG stellt ihren Mitgliedsunternehmen fĂŒr die BeschĂ€ftigten auf Anfrage UV-Schutzpakete zur VerfĂŒgung, darin sind eine Info-BroschĂŒre, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, ein ThermobehĂ€lter und eine Sonnenschutzbrille. 

«Wir wollen mit dem Stigma brechen, die Menschen am Bau seien besonders hart und brĂ€uchten keine Creme», sagt Werner. Der Umgang mit UV-Schutz habe sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren bereits deutlich verĂ€ndert. «Das Bild des Bauarbeiters mit sonnengebrĂ€untem Oberkörper und unbekleidet auf dem GerĂŒst gehört in den allermeisten FĂ€llen der Vergangenheit an.»

@ dpa.de