Zulieferer, Schaeffler

Zulieferer Schaeffler kÀmpft - nur ErsatzteilgeschÀft boomt

06.08.2024 - 13:57:05

Die GeschĂ€fte der Autoindustrie laufen in diesem Jahr mĂ€ĂŸig bis schlecht. Der Zulieferer Schaeffler ist keine Ausnahme. Ein Indiz der schwierigen Zeiten: Das ErsatzteilgeschĂ€ft lĂ€uft rund.

 

 

 

Herzogenaurach (dpa) - Die Krise der Autoindustrie zieht auch den Zulieferer Schaeffler in Mitleidenschaft. Das Unternehmen aus dem frĂ€nkischen Herzogenaurach mit seinen weltweit knapp 84 000 BeschĂ€ftigten meldete fĂŒr das erste Halbjahr nur ein geringes Umsatzwachstum von 0,8 Prozent auf knapp 8,3 Milliarden Euro, wobei das zweite Quartal besser lief als das erste. Der Nettogewinn ging leicht um ein Prozent auf 263 Millionen Euro zurĂŒck. «In dem sicherlich herausfordernden Umfeld haben wir uns im zweiten Quartal gut geschlagen», sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld. Zum 1. Oktober soll der ehedem zu Continental gehörende Zulieferers Vitesco bei Schaeffler voll integriert werden. Das vergrĂ¶ĂŸerte Unternehmen soll mit dann 120 000 Mitarbeitern in die Riege der zehn weltgrĂ¶ĂŸten Zulieferer aufsteigen. 

Ersatzteile gefragt 

Schaeffler hat bisher drei Sparten, von denen die kleinste am besten lÀuft: Der Umsatz im GeschÀft mit Ersatzteilen und Service legte um 16 Prozent zu. Nach Interpretation des Schaeffler-Chefs hÀngt dies mit den derzeit mauen Absatzzahlen von Neuwagen zusammen. «Das Aftermarket-GeschÀft hat mit 228 Millionen Ergebnis im ersten Halbjahr mehr verdient als unsere anderen Sparten», sagte Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. «In einer Situation, in der die Konsumenten eher Autos reparieren, als Autos zu kaufen, hilft uns das.» 

Schaeffler glaubt an Zukunft der ElektromobilitÀt

Zur ungleich grĂ¶ĂŸeren Sparte «Automotive Systems» gehören unter anderem Getriebe, Fahrwerksysteme und Komponenten fĂŒr Elektromotoren, die UmsĂ€tze legten um 0,7 Prozent auf 3,53 Milliarden Euro zu. Rosenfeld geht davon aus, dass E-Autos trotz des derzeit schwachen Markts ein WachstumsgeschĂ€ft bleiben: «Wir haben AuftrĂ€ge fĂŒr dreieinhalb Milliarden hereingeholt, davon 2,1 Milliarden aus der E-MobilitĂ€t. Das GeschĂ€ft ist trotz Gegenwinds noch gewachsen, zum Teil auch stĂ€rker als der Markt.» Nach der Fusion mit Vitesco sollen die Produkte fĂŒr E-Fahrzeuge eine eigene neue Sparte werden, sodass Schaeffler dann vier statt drei Bereiche haben wird. Die Integration von Vitesco laufe «besser als erwartet».

Schlechter als erhofft entwickelte sich jedoch mit einem um fĂŒnf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz das IndustriegeschĂ€ft, dazu gehören unter anderem Kugellager und Mechatronik. Rosenfeld sprach von einer «EnttĂ€uschung». «Die Marge war im ersten Halbjahr lediglich 5,5 Prozent. Die Marge der Sparte sollte eigentlich zweistellig sein und muss auch wieder dahin.»

 

 

 

@ dpa.de