IWF, Strukturwandel

IWF: Strukturwandel und Zölle treffen Europas Wirtschaft

25.04.2025 - 16:25:11

Die gewaltigen US-Zölle und die damit verbundene Unsicherheit belasten die europÀische Wirtschaft.

Das neue Umfeld falle in eine Zeit tiefgreifender struktureller VerĂ€nderungen in Europa, so der Internationale WĂ€hrungsfonds IWF. Die Bevölkerung altere und das Aufkommen neuer Technologien habe das Potenzial, ganze Industrien und Dienstleistungen zu verĂ€ndern. Hinzu komme, dass die Energiekosten stark gestiegen seien. Europa mĂŒsse sich auf "Wachstum und WiderstandsfĂ€higkeit" konzentrieren und Reformen umsetzen, um Wachstumspotenzial freizusetzen und die Wirtschaft robuster zu machen.

Der IWF hatte kĂŒrzlich bereits in seiner weltweiten Konjunkturprognose anlĂ€sslich der FrĂŒhjahrstagung in Washington den Ausblick fĂŒr die Eurozone gesenkt, vor allem wegen der Zollstreitigkeiten. Das Wirtschaftswachstum im Euroraum soll in diesem Jahr im Vergleich zur Januarprognose um 0,2 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent sinken. Im kommenden Jahr soll es dann bei 1,2 Prozent liegen (minus 0,2 Prozentpunkte). FĂŒr Deutschland hat der IWF in diesem Jahr ein Nullwachstum vorhergesagt.

Zölle könnten mehr Einfuhren aus China bringen

Die hohen Zölle zwischen den USA und China wĂŒrden möglicherweise zusĂ€tzliche Importe nach Europa bringen, so der IWF. Die vorlĂ€ufigen SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass die Importe aus China kurzfristig um etwa 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU steigen werden, wie es weiter hieß. Eine Handelsumlenkung wĂŒrde wahrscheinlich auch die Herstellungskosten fĂŒr europĂ€ische Unternehmen und die Preise fĂŒr Verbraucher senken.

Neue öffentliche Ausgaben wie das deutsche Milliarden-Finanzpaket fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur und erhöhte Verteidigungsausgaben in ganz Europa stĂŒtzten aber die Nachfrage in Zukunft, so der IWF. "Insgesamt belĂ€uft sich der Einfluss dieser zusĂ€tzlichen Ausgaben auf das BIP-Wachstum im Euroraum auf 0,1 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte in den Jahren 2025 und 2026."

@ dpa.de