Deutschland, Handel

Warnstreiks im Handel: Keine Folgen für Kunden erwartet

15.05.2026 - 09:42:25 | dpa.de

Die Gewerkschaft Verdi bestreikt heute bundesweit Betriebe - darunter auch Filialen von Supermärkten und Discountern. Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher?

  • Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. (Archivbild) - Foto: Elisa Schu/dpa
    Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. (Archivbild) - Foto: Elisa Schu/dpa
  • Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. (Archivbild) - Foto: Elisa Schu/dpa
    Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. (Archivbild) - Foto: Elisa Schu/dpa
  • Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel.  - Foto: Federico Gambarini/dpa
    Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. - Foto: Federico Gambarini/dpa
  • Auch am Penny-Logisitkzentrum Großbeeren wurde gestreikt. - Foto: Fabian Sommer/dpa
    Auch am Penny-Logisitkzentrum Großbeeren wurde gestreikt. - Foto: Fabian Sommer/dpa
Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. (Archivbild) - Foto: Elisa Schu/dpa Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. (Archivbild) - Foto: Elisa Schu/dpa Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel.  - Foto: Federico Gambarini/dpa Auch am Penny-Logisitkzentrum Großbeeren wurde gestreikt. - Foto: Fabian Sommer/dpa

Kunden müssen wegen der Warnstreiks im Handel nach Einschätzung des Branchenverbandes HDE nicht mit größeren Einschränkungen beim Einkaufen rechnen. «Uns liegen bislang keine Erkenntnisse etwa zu Ladenschließungen oder Ähnlichem bundesweit vor, sodass es heute zu keinen Beeinträchtigungen für die Kunden im Einzelhandel kommen wird», sagte HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke der Deutschen Presse-Agentur.

Keine spürbaren Auswirkungen erwartet auch der Lebensmittelhandel. Supermärkte und Discounter seien normal geöffnet, sagte Hauptgeschäftsführer Philipp Hennerkes vom Branchenverband BVLH. Die Versorgung sei gewährleistet.

In den laufenden Tarifverhandlungen im Handel hat Verdi für diesen Freitag zu Warnstreiks aufgerufen. Laut Gewerkschaft beteiligen sich mehr als 5.000 Beschäftigte aus Einzel-, Groß- und Außenhandel. Bestreikt werden nach Angaben einer Verdi-Sprecherin mehr als 200 Betriebe, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Kaufland, Penny, Douglas, Zara, H&M, Metro und Ikea. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund finden zudem Streikkundgebungen statt. 

Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn

In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Die Gewerkschaft wies sie zurück. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer sprach von «vergifteten Angeboten», die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden. 

Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um 2 Prozent und ab August 2027 um weitere 1,5 Prozent. Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro. 

HDE: «Brauchen eine gemeinsame und verantwortungsvolle Lösung»

Seit April laufen die Verhandlungen für den Einzel- sowie den Groß- und Außenhandel in den ersten Landesbezirken. Tarifgeschäftsführer Haarke vom Handelsverband Deutschland (HDE) mahnte: «Was wir brauchen, ist eine gemeinsame und verantwortungsvolle Lösung für unsere Branche in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage mit historisch schwacher Konsumstimmung und schnell wachsender Arbeitslosigkeit sowie zunehmenden Unternehmensinsolvenzen.» Die Arbeitgeber seien zum Dialog bereit.

Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel für den Zeitraum 2023 bis 2025 ein Einkommensplus von insgesamt rund 14 Prozent. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69340564 |

Weitere Meldungen

Tausende streiken im Handel - kaum Auswirkungen für Kunden?. In mehreren Städten finden Kundgebungen statt. Die Gewerkschaft Verdi bestreikt bundesweit Handelsunternehmen, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Douglas, H&M und Ikea. (Wirtschaft, 15.05.2026 - 14:45) weiterlesen...

Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Handel auf. Die ersten Angebote der Arbeitgeberseite überzeugen die Gewerkschaft aber nicht. Bundesweit sind erste Warnstreiks geplant, in vier Städten Kundgebungen. Die Beschäftigten im Handel wollen mehr Geld. (Wirtschaft, 13.05.2026 - 16:28) weiterlesen...

Milka verliert Prozess um Schrumpf-Schokolade Weniger Schokolade, gleicher Look – und jetzt auch noch teurer? Warum das Gericht Milka eine «relative Mogelpackung» bescheinigt und was das für Schokoladenfans bedeutet. (Politik, 13.05.2026 - 14:17) weiterlesen...

Gericht entscheidet: Neue Milka-Tafel ist irreführend. Konkret ändern wird sich zunächst aber wenig. Neue Milka-Schokoladentafeln wiegen weniger, sehen aber fast aus wie früher – ist das fair? Verbraucherschützer klagen, das Gericht gibt ihnen nun recht. (Politik, 13.05.2026 - 11:35) weiterlesen...

Pleitewelle im Einzelhandel: Mäc Geiz meldet Insolvenz an. Der Fall Mäc Geiz zeigt, dass auch Discounter nicht verschont bleiben. Geschäftsschließungen, Firmenpleiten, Konsumflaute: Der Einzelhandel in Deutschland steckt in einer schweren Krise. (Wirtschaft, 12.05.2026 - 14:50) weiterlesen...

Mäc Geiz stellt Insolvenzantrag - Filialschließungen möglich. Der Betrieb läuft vorerst weiter. Das Unternehmen beschäftigt knapp 1.200 Beschäftigte. Der Discounter Mäc Geiz hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. (Wirtschaft, 12.05.2026 - 11:58) weiterlesen...