Streik bei Geldtransporten verlÀngert
30.09.2024 - 12:05:21Der Streik in der Geldtransportbranche wird verlĂ€ngert. Die Arbeitsniederlegung, die an diesem Montag begonnen hat, soll am Dienstag ganztĂ€gig und bundesweit weitergehen, teilt die Gewerkschaft Verdi mit. Sie rief zudem die BeschĂ€ftigten in einigen BundeslĂ€ndern auf, den Streik auch am Mittwoch fortzusetzen.Â
Der Branchenverband BDGW ĂŒbte scharfe Kritik an dem Ausstand. Mit dem dreitĂ€gigen Warnstreik trage die Gewerkschaft zur weiteren Verschlechterung der Branchensituation bei. «Am Ende sĂ€gen die Gewerkschaft Verdi und die Streikenden selbst an ihren StĂŒhlen», sagte BDGW-VerhandlungsfĂŒhrer Hans-Jörg Hisam laut Mitteilung. Der Handel schwenke durch solche Streikaktionen relativ schnell auf die Nutzung bargeldloser elektronischer Zahlungsmittel um. Dies fĂŒhre «zu einer weiteren Erosion in den Bargeldsegmenten der Wertdienstleister».
Hintergrund sind die Lohn- und Manteltarifverhandlungen fĂŒr rund 10.000 BeschĂ€ftigte im Geld- und Werttransport. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 20. September habe die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) kein akzeptables Angebot vorgelegt, kritisiert Verdi. Der Verband betonte, Folgen fĂŒr die Bargeldversorgung der Verbraucher seien nicht zu befĂŒrchten. Die Banken seien vorbereitet.Â
Verdi will Druck auf Arbeitgeber erhöhen
«Die Arbeitgeber haben stattdessen an ihren Forderungen festgehalten, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern», sagte Verdi-VerhandlungsfĂŒhrerin Sonja AustermĂŒhle. Neueinsteiger sollten zum Beispiel weniger Urlaubstage bekommen. Nun solle der Druck auf die Arbeitgeber vor der nĂ€chsten Verhandlungsrunde am 17. und 18. Oktober in MĂŒnchen steigen. Von dem Streik sind laut Verdi etwa die Firmen Ziemann in der Bankenmetropole Frankfurt sowie Prosegur im nahen Neu-Isenburg betroffen.Â
Die Gewerkschaft fordert, je Arbeitstag alle ĂŒber acht Stunden hinausgehenden Zeiten mit Ăberstundenzuschlag zu vergĂŒten. Zudem verlangt sie ein einheitliches Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld jeweils in Höhe eines halben Brutto-Monatsgehalts und einen Urlaubsanspruch von 31 Tagen bezogen auf eine 5-Tage-Woche fĂŒr alle BeschĂ€ftigten. DarĂŒber hinaus fordert Verdi deutlich steigende Löhne - in der Spitze von 23 Euro je Stunde in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.Â
Arbeitgeber: Löhne sind schon relativ hoch
Der Arbeitgeberverband hatte sich bereits gegen Kritik von Verdi gewehrt. Derzeit betrage der Grundlohn in der stationÀren Geldbearbeitung, also etwa dem Sortieren, Buchen und Verpacken, bundesweit zwischen 15,73 und gut 18 Euro je Stunde und im Geld- und Werttransport zwischen 18,47 und 21,18 Euro - jeweils ohne ZuschlÀge. Damit sei die Branche schon jetzt sehr weit vom gesetzlichen Mindestlohn entfernt.


