LĂ€nder-Tarifrunde, Verdi

LĂ€nder-Tarifrunde: Verdi ruft zu Warnstreiks im Gesundheitswesen auf

21.11.2023 - 15:22:37

Die Gewerkschaft Verdi ruft fĂŒr Donnerstag und Freitag an Gesundheitseinrichtungen der LĂ€nder zu Warnstreiks auf.

Vom Warnstreikaufruf betroffen seien alle UniversitĂ€tskliniken, in denen der LĂ€nder-Tarifvertrag gilt, aber zum Beispiel auch die Zentren fĂŒr Psychiatrie in Baden-WĂŒrttemberg, wie die Gewerkschaft am Dienstag mitteilte. "Die BeschĂ€ftigten der Unikliniken und LandeskrankenhĂ€user sind empört", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia BĂŒhler.

Wenn es nach der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder gehe, sollten sie dauerhaft weniger verdienen als ihre Kollegen an kommunalen Einrichtungen, so BĂŒhler. "Ausgerechnet dort, wo Spitzenmedizin betrieben wird und die schwersten FĂ€lle landen, sollen die BeschĂ€ftigten beim Gehalt abgehĂ€ngt werden. Das lassen sie sich nicht bieten." Die weitere Abwanderung von ArbeitskrĂ€ften mĂŒsse verhindert werden. "Jetzt sind auch die Klinikleitungen gefragt, den Finanzministern und der TdL klarzumachen, dass es eine Abkopplung von der Entgeltentwicklung bei Bund und Kommunen auf keinen Fall geben darf", sagte die Gewerkschaftsvertreterin. BĂŒhler verwies darauf, dass die BeschĂ€ftigten der Unikliniken zumeist in Ballungszentren lebten, wo die Mieten besonders hoch seien. "Wer jeden Tag kranke Menschen versorgt und Leben rettet, muss seine Miete bezahlen und vom Lohn gut leben können", forderte die Gewerkschafterin. Betroffen seien in den Kliniken zum Beispiel auch Sozialarbeiter sowie Erzieher in den Betriebskitas. Ihnen verweigerten die LĂ€nder kategorisch die Übernahme der Verbesserungen fĂŒr den Sozial- und Erziehungsdienst aus dem kommunalen Tarifvertrag TVöD. "Erzieherinnen in den Kitas der Kliniken leisten dieselbe anspruchsvolle und oft auch belastende Arbeit wie ihre Kolleginnen in kommunalen Einrichtungen; sie dĂŒrfen nicht schlechter gestellt werden", so BĂŒhler. Die Gewerkschaften fordern fĂŒr die BeschĂ€ftigten im öffentlichen Dienst der LĂ€nder eine Einkommenserhöhung um 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. NachwuchskrĂ€fte sollen 200 Euro mehr erhalten und Auszubildende unbefristet ĂŒbernommen werden. Die Verhandlungen sollen am 7. und 8. Dezember in Potsdam fortgesetzt werden.

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