Schwierige Zeiten fĂŒr FahrradhĂ€ndler
28.05.2023 - 07:49:46In den Corona-Jahren boomte die Fahrradbranche - doch inzwischen befinden sich Hersteller und VerkĂ€ufer in einer schwierigen Phase. Die Folge fĂŒr die Verbraucher: Einige HĂ€ndler haben ihre Preise inzwischen gesenkt oder haben das noch vor.
In verschiedenen Bereichen gebe es einen NachfragerĂŒckgang, die Lager bei Herstellern und HĂ€ndlern seien nach Monaten der LieferengpĂ€sse nun oftmals noch voll, sagte Reiner Kolberg, Sprecher des Zweirad-Industrie-Verbands, der Deutschen Presse-Agentur.
Das zeigt auch eine Auswertung des Ifo-Instituts zu den Preiserwartungen deutscher Unternehmen. Der monatlich erhobene Index der Preiserwartungen sank im Fahrradhandel von April auf Mai um fast 50 Punkte auf minus 21,8. Das bedeutet, dass die Preise dort wohl mehrheitlich sinken werden. Der Index besteht aus dem Prozentsatz der Unternehmer, die Preise steigern wollen, minus den Prozentsatz, der Preise senken will.
In den Jahren 2020 bis 2022 erlebte die Fahrradbranche trotz beziehungsweise gerade wegen der Corona-Pandemie Ă€uĂerst erfolgreiche Zeiten. Radfahren lieĂ sich meist mit den Kontaktregeln vereinbaren, im Freien war die Ansteckungsgefahr zudem eher gering. Entsprechend stieg die Nachfrage krĂ€ftig. Weil gleichzeitig LieferengpĂ€sse die Produktion behinderten, zogen aber auch die Preise an.
Noch keine MarktsÀttigung
Auf den Produktionshochlauf folgten der Ukraine-Krieg, die hohe Inflation, groĂe finanzielle Unsicherheit bei vielen Menschen - und damit ein NachfragerĂŒckgang. Die HĂ€ndler bleiben teils auf ihrer Ware sitzen und mĂŒssen mit Rabatten reagieren. «Die Situation ist nicht leicht aktuell. Aber fĂŒr die kommenden Jahre erwarten wir ein deutliches Nachfrageplus», sagte Kolberg.
Aber ist das ĂŒberhaupt möglich oder der Markt nach den Corona-Jahren gesĂ€ttigt und jeder mit einem schicken, neuen Zweirad ausgestattet? Nein, von einer MarktsĂ€ttigung könne man nicht sprechen, meint Kolberg. «Es gibt keine SĂ€ttigung, aber gerade auch keinen Run.» Nahezu jeder Haushalt habe eine Kaffeemaschine, aber niemand kĂ€me auf die Idee, von einer MarktsĂ€ttigung zu sprechen. Die Industrie könne mit neuen Innovationen auch wieder FahrradkĂ€ufer anlocken.
Vor allem bei E-Bikes und LastenrÀdern seien die Aussichten gut. «Im Bereich Mountainbikes sind aktuell 90 Prozent der verkauften RÀder E-Mountainbikes», sagte Kolberg. Bei LastenrÀdern wirke zwar der Anschaffungspreis hoch, die laufenden Kosten seien aber deutlich geringer als etwa bei einem Auto.


