GrĂŒnen-Politikerin, ZurĂŒckweisungen

GrĂŒnen-Politikerin: ZurĂŒckweisungen an Grenze nicht zulĂ€ssig

04.09.2024 - 06:30:35

Die GrĂŒnen-Innenpolitikerin Irene Mihalic hĂ€lt die Forderung der Union nach ZurĂŒckweisungen von Migranten an der Grenze fĂŒr rechtlich nicht umsetzbar.

"ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden an der Grenze sind nach Europa-Recht nicht zulĂ€ssig, da hier die Dublin-Verordnung anwendbar ist und im Rahmen des Asylverfahrens der zustĂ€ndige Mitgliedstaat bestimmt werden muss. Das ist in der Regel nicht ganz einfach und es wĂ€re auch praktisch unmöglich, dies an der Grenze durchzufĂŒhren", sagte Mihalic den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer von CDU/CSU, Thorsten Frei, hatte argumentiert, dass ZurĂŒckweisungen direkt an der Grenze mit geltendem Recht vereinbar seien. Er verwies dabei unter anderem auf Artikel 72 des Vertrags ĂŒber die Arbeitsweise der EuropĂ€ischen Union. Dieser sichert den EU-Mitgliedsstaaten die ZustĂ€ndigkeit "fĂŒr die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz der inneren Sicherheit" zu.

Mihalic entgegnete nun, das Berufen auf diesen Artikel sei "abwegig". "Der nationale Notstand hat nach der Rechtsprechung des EuGHs sehr enge Grenzen und wurde noch nie gerichtlich bestĂ€tigt." Rechtlich möglich wĂ€re nach ihren Worten nur die Änderung europĂ€ischer Gesetze wie der Dublin-Verordnung. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jenes Land fĂŒr ein Asylverfahren zustĂ€ndig, in dem ein Migrant in Europa angekommen ist.

"Auch wenn die EU-Regelungen nicht zufriedenstellend funktionieren, sind sie immer besser fĂŒr Deutschland als nationale AlleingĂ€nge", sagte Mihalic.

Vertreter der Ampel-Koalition, der Union und der LĂ€nder hatten am Dienstag in Berlin in vertraulichen GesprĂ€chen ĂŒber die Migrationspolitik beraten. Die Union machte im Anschluss weitere Treffen von einer Zustimmung zu ihrer Forderung nach ZurĂŒckweisungen von Migranten an der deutschen Grenze abhĂ€ngig.

@ dpa.de