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'Abgabe der Waffen ist Selbstmord'

10.08.2025 - 10:35:02

Die Hisbollah im Libanon wehrt sich strikt gegen PlÀne zu ihrer von der Regierung geplanten Entwaffnung.

"Die Abgabe der Waffen ist Selbstmord. Wir planen nicht, Selbstmord zu begehen", sagte Mohammed Raad, Vorsitzender der Hisbollah-Fraktion im Parlament, dem Fernsehsender Al-Manar. Die Waffen der Hisbollah hĂ€tten den Libanon seit GrĂŒndung der Organisation im Kampf gegen Israel vor mehr als 40 Jahren beschĂŒtzt. Die Entscheidung der Regierung bezeichnete Raad als gefĂ€hrlich.

Die Regierung im Libanon hat einen Plan der USA angenommen, der eine vollstĂ€ndige Entwaffnung der Hisbollah bis Jahresende vorsieht. Die staatliche Armee soll nun ausarbeiten, wie genau das Ă€ußerst schwierige und politisch riskante Vorhaben umgesetzt werden soll. Die Schiitenmiliz will einer Entwaffnung erst zustimmen, wenn Israel seine Angriffe im Libanon einstellt und die verbleibenden Truppen aus dem SĂŒden abzieht.

Die Regierung unterwerfe sich mit der Entscheidung den USA, sagte der Vizechef des politischen Rats der Hisbollah, Mahmud Kmati, Freitagabend dem Nachrichtensender Al-Dschasira. Der Beschluss sei nicht durchsetzbar und werde deshalb "in der Luft hÀngenbleiben".

Protest in Beirut und Festnahmen

AnhĂ€nger der Hisbollah, die im Land Hunderttausende UnterstĂŒtzer vor allem in der schiitischen Gemeinde hat, versammelten sich Freitagabend in Beirut und anderen Landesteilen zum Protest gegen den Beschluss. Berichten zufolge nahmen SicherheitskrĂ€fte mehrere der Demonstranten nach einer Straßenblockade fest. Die Armee teilte mit, sie werde keine Blockaden oder Angriffe auf Eigentum hinnehmen und warnte vor "unvorhersehbaren Konsequenzen".

Die Hisbollah und Israel lieferten sich seit Ausbruch des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 gegenseitigen, teils tödlichen Beschuss, der sich zu einem eigenen Krieg entwickelte. Vergangenen November trat eine Waffenruhe in Kraft. Beide Seiten werfen sich aber VerstĂ¶ĂŸe gegen die Vereinbarung vor.

Die Sicherheitslage in dem Land bleibt schlecht, das Land ist nach einem BĂŒrgerkrieg (1975-1990) und mehreren Kriegen mit Israel zudem mit SprengsĂ€tzen verschmutzt. Nahe der KĂŒstenstadt Sidon wurden sechs Soldaten getötet und weitere beim EntschĂ€rfen eines Sprengsatzes verletzt, wie die Armee mitteilte. Der Staatsagentur NNA zufolge handelte es sich um Kampfmittel israelischer Luftangriffe im SĂŒden, die nicht explodiert seien.

@ dpa.de