Verband: Immobilienkrise noch nicht vorbei - aber Stabilisierung naht
22.04.2024 - 12:13:49Gerade bei Wohnimmobilien aber dĂŒrfte sich der Markt schon bald stabilisieren, erwartet der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Komme die erwartete Zinssenkung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), werde das ein neues Preisgleichgewicht zwischen ImmobilienkĂ€ufern und -VerkĂ€ufern erleichtern, sagte VDP-PrĂ€sident Gero Bergmann am Montag in Frankfurt. Eine Preisstabilisierung dĂŒrfte bei Wohnimmobilien im zweiten Halbjahr einsetzen. Ein Ende der PreisrĂŒckgĂ€nge bei Gewerbeimmobilien erwarte man indes frĂŒhestens ab Jahresende, da der Homeoffice-Trend eine Erholung am BĂŒromarkt verzögere. "Insgesamt ist der Boden noch nicht erreicht."
Dieses Jahr rechnet der VDP mit einem Abflauen der Krise. Die Preisprognosen fĂŒr Wohnimmobilien reichten von 0 bis -5 Prozent und bei -5 bis - 10 Prozent bei BĂŒros, teilte der Verband mit, der die wichtigsten Immobilienfinanzierer in Deutschland vertritt, unter anderem Deutsche Bank DE0005140008, Landesbanken und groĂe Sparkassen.
Die Preise fĂŒr HĂ€user und Wohnungen in Deutschland waren 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 8,4 Prozent gefallen - der stĂ€rkste RĂŒckgang im Jahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Hauptgrund der Krise sind krĂ€ftig gestiegene Zinsen, die Kredite verteuern. Viele Menschen können sich die eigenen vier WĂ€nde nicht mehr leisten, und fĂŒr GroĂanleger rechnen sich Investments nicht mehr. Zugleich bleibt die Nachfrage nach Wohnraum gerade in StĂ€dten hoch, wĂ€hrend der Neubau in der Krise steckt.
Verband: BĂŒrokrise in USA nicht auf Deutschland ĂŒbertragbar
Die Krise ging auch bei den Banken im VDP nicht spurlos vorbei: Die im Verband zusammengeschlossenen GeldhÀuser sagten 2023 Wohnimmobilienkredite in Höhe von 64,1 Milliarden Euro zu, gut ein Drittel weniger als im Vorjahr (99,8 Milliarden Euro). Zum Jahresende habe das NeugeschÀft etwas zugelegt, was auf eine Stabilisierung hindeute.
Bei der Krise um BĂŒros, die stĂ€rker unter dem Preisverfall leiden als Wohnimmobilien, warnte der VDP vor zu viel Pessimismus. Der deutsche BĂŒroimmobilienmarkt sei deutlich widerstandsfĂ€higer als oft gedacht, sagte Bergmann - "auch wenn derzeit viel Unsicherheit im Markt ist". Zudem sei die Krise in den USA nicht eins zu eins auf Europa ĂŒbertragbar. Der Leerstand etwa in Nordamerika sei deutlich höher, und MietervertrĂ€ge dort liefen kĂŒrzer als hierzulande.
Wegen des Trends zum Homeoffice brauchen viele Unternehmen weniger FlĂ€che, die BĂŒromĂ€rkte insbesondere in den Vereinigten Staaten sind tief in die Krise gerutscht. Die Turbulenzen haben auch hierzulande GeldhĂ€user erfasst wie die Aareal Bank oder die Deutsche Pfandbriefbank, die ihre Risikovorsorge fĂŒr faule Kredite erhöhen mussten.

