StÀrkstes, Minus

StÀrkstes Minus seit 2000: Immobilienpreise sinken 2023

22.03.2024 - 09:54:58

Die Immobilienpreise in Deutschland sind zuletzt gefallen. Welche GrĂŒnde hat das?

Die Preise fĂŒr HĂ€user und Wohnungen sind im vergangenen Jahr so stark gefallen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Wohnimmobilien in Deutschland verbilligten sich im Schnitt um 8,4 Prozent gemessen am Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. «Das war der stĂ€rkste RĂŒckgang im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000 und der erste RĂŒckgang seit dem Jahr 2007.»

Der Verfall setzte sich auch zum Jahresende fort: Im vierten Quartal 2023 gingen die Preise laut der Wiesbadener Statistiker um 7,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum zurĂŒck und um 2,0 Prozent zum Vorquartal. Im Jahresvergleich verbilligten sich Bestandsimmobilien mit 7,8 Prozent wesentlich stĂ€rker als Neubauten (minus 3,2 Prozent). 

Sowohl in den StĂ€dten als auch auf dem Land bröckelten die Preise, erklĂ€rten die Statistiker. In stĂ€dtischen Kreisen war der PreisrĂŒckgang fĂŒr Ein- und ZweifamilienhĂ€user im vierten Quartal demnach mit elf Prozent zum Vorjahresquartal besonders groß. In den sieben Metropolen - Berlin, Hamburg, MĂŒnchen, Köln, Frankfurt, Stuttgart und DĂŒsseldorf - sanken die Preise fĂŒr Ein- und ZweifamilienhĂ€user zum Jahresende um durchschnittlich 9,1 Prozent binnen Jahresfrist, Eigentumswohnungen kosteten 5,8 Prozent weniger.

Schon seit Mitte 2022, dem Höhepunkt des jahrelangen Booms, geht es am Immobilienmarkt abwĂ€rts. Nach EinschĂ€tzung des Kiel Instituts fĂŒr Weltwirtschaft (IfW) gab es bei Wohnimmobilien in Deutschland 2023 den stĂ€rksten PreisrĂŒckgang seit rund 60 Jahren.

Hauptgrund sind krĂ€ftig gestiegenen Zinsen, die Kredite stark verteuert haben. Viele Menschen können sich die eigenen vier WĂ€nde nicht mehr leisten und fĂŒr Großanleger rechnen sich Investments nicht mehr. Zugleich bleibt die Nachfrage nach Wohnraum gerade in StĂ€dten hoch, wĂ€hrend der Neubau wegen des Zinsanstiegs und teurer Materialien in der Krise steckt.

@ dpa.de