Industrie, Energie

Importpreise legen im April krÀftig zu

29.05.2026 - 08:10:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Importpreise sind im April 2026 um 5,3 Prozent höher gewesen als im April 2025.Das war der stĂ€rkste Anstieg gegenĂŒber dem Vorjahresmonat seit Januar 2023 (ebenfalls +5,3 Prozent gegenĂŒber Januar 2022).

GĂŒterzug (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
GĂŒterzug (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Im MĂ€rz 2026 hatte die VerĂ€nderungsrate gegenĂŒber dem Vorjahresmonat bei +2,3 Prozent gelegen, im Februar 2026 bei -2,3 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, stiegen die Einfuhrpreise im April 2026 gegenĂŒber dem Vormonat um 1,2 Prozent.

Die Exportpreise waren im April 2026 um 2,9 Prozent höher als im April 2025. Dies war der stĂ€rkste Anstieg gegenĂŒber dem Vorjahresmonat seit MĂ€rz 2023 (+3,3 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2022). Im MĂ€rz 2026 hatte die VerĂ€nderungsrate gegenĂŒber dem Vorjahresmonat bei +1,5 Prozent gelegen, im Februar 2026 bei -0,1 Prozent. GegenĂŒber MĂ€rz 2026 stiegen die Ausfuhrpreise um 0,8 Prozent.

Den grĂ¶ĂŸten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im April 2026 gegenĂŒber April 2025 hatten der Anstieg der Preise fĂŒr VorleistungsgĂŒter mit +7,8 Prozent (+2,4 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026) und fĂŒr Energie mit +31,0 Prozent (+2,8 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). StĂ€rker gegenĂŒber dem Vorjahresmonat gestiegen waren die Einfuhrpreise fĂŒr Energie zuletzt im Oktober 2022 (+63,0 Prozent gegenĂŒber Oktober 2021).

Bei den VorleistungsgĂŒtern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit +27,6 Prozent deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle und deren Halbzeug mit +49,9 Prozent. Auch die Preise fĂŒr importierte DĂŒngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich ĂŒber denen von April 2025 (+22,9 Prozent). Hier handelt es sich um Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, die die DĂŒngemittelpreise auch im Vormonatsvergleich deutlich ansteigen ließen (+7,6 Prozent).

Noch stĂ€rker wirkte sich der Krieg im Nahen Osten auf die Erdöl-, Erdgas- Steinkohle- und Mineralölpreise im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Preise fĂŒr Mineralölerzeugnisse (+58,1 Prozent), Erdöl (+47,5 Prozent), Steinkohle (+8,1 Prozent) und Erdgas (+6,9 Prozent) deutlich. Im Vergleich zum Vormonat MĂ€rz 2026 wurden fast alle EnergietrĂ€ger teurer: Steinkohle um 3,1 Prozent, Erdöl um 7,5 Prozent, und Mineralölerzeugnisse um 3,1 Prozent, darunter insbesondere Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit +2,7 Prozent. Nur Erdgas wurde im Vormonatsvergleich um 0,4 Prozent preiswerter.

Ohne BerĂŒcksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im April 2026 gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent (+1,0 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). LĂ€sst man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 2,9 Prozent ĂŒber dem Stand von April 2025 (+0,9 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026).

Auch importierte InvestitionsgĂŒter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 1,5 Prozent gegenĂŒber April 2025 und um 0,5 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026.

Importierte landwirtschaftliche GĂŒter waren im April 2026 im Durchschnitt 4,7 Prozent billiger als im Vorjahresmonat (-2,2 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). Die Preise fĂŒr Rohkakao lagen 51,1 Prozent unter denen von April 2025, stiegen jedoch im Vormonatsvergleich gegenĂŒber MĂ€rz 2026 um 1,3 Prozent. Lebende Schweine waren mit -17,1 Prozent ebenfalls gĂŒnstiger als im April 2025, wurden aber im Vormonatsvergleich mit +4,7 Prozent deutlich teurer. Rohkaffeeimporte waren 16,6 Prozent preiswerter als vor einem Jahr und 1,9 Prozent preiswerter als im Vormonat. FĂŒr importiertes Getreide wurde im April 2026 ebenfalls weniger bezahlt als im April 2025 (-6,1 Prozent), auch gegenĂŒber dem Vormonat MĂ€rz 2026 kostete es geringfĂŒgig weniger (-0,1 Prozent). Dagegen waren insbesondere Tomaten im Vorjahresvergleich deutlich teurer (+25,8 Prozent gegenĂŒber April 2025). GegenĂŒber MĂ€rz 2026 waren sie jedoch gĂŒnstiger (-8,5 Prozent).

Importierte KonsumgĂŒter (Ge- und VerbrauchsgĂŒter) waren im April 2026 um 1,4 Prozent preiswerter als im Vorjahr (+0,1 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). Die Preise fĂŒr GebrauchsgĂŒter lagen 0,2 Prozent unter denen des Vorjahresmonats (+0,1 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026), VerbrauchsgĂŒter waren im Vorjahresvergleich 1,7 Prozent billiger (+0,1 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). FĂŒr Nahrungsmittel allgemein musste 5,4 Prozent weniger bezahlt werden als im April 2025 (+0,2 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). PreisrĂŒckgĂ€nge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-57,2 Prozent), Frucht- und GemĂŒsesĂ€ften (-26,3 Prozent), Milch und Milcherzeugnissen (-13,3 Prozent) sowie Schweinefleisch (-13,3 Prozent). Teurer als im April 2025 waren vor allem geschĂ€lte HaselnĂŒsse (+29,7 Prozent) und Rindfleisch (+6,6 Prozent).

Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise fĂŒr VorleistungsgĂŒter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den grĂ¶ĂŸten Einfluss auf die VorjahresverĂ€nderungsrate. Die VorleistungsgĂŒterpreise lagen im Durchschnitt 4,3 Prozent ĂŒber denen von April 2025 und 1,7 Prozent ĂŒber denen von MĂ€rz 2026. Bei InvestitionsgĂŒtern lag das Preisniveau 1,6 Prozent ĂŒber dem von April 2025 (+0,3 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). Zusammen decken beide GĂŒtergruppen fast 75 Prozent der ausgefĂŒhrten Waren ab.

Auch bei den Ausfuhrpreisen waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spĂŒren: Die Preise fĂŒr Energieexporte lagen um 27,0 Prozent ĂŒber denen von April 2025 und um 4,0 Prozent ĂŒber denen von MĂ€rz 2026. Vor allem die Preise fĂŒr Mineralölerzeugnisse stiegen deutlich um +52,4 Prozent. Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff aus Kerosin 106,3 Prozent teurer als im Vorjahr, zum Vormonat MĂ€rz 2026 wurden sie jedoch preiswerter (-2,8 Prozent). Auch Erdgas war gegenĂŒber April 2025 teurer geworden (+7,9 Prozent).

Landwirtschaftliche GĂŒter wurden 5,7 Prozent preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat. GegenĂŒber MĂ€rz 2026 fielen die Preise hier um 0,7 Prozent.

Auch KonsumgĂŒter (Exportanteil etwa 21 Prozent) waren preiswerter als im April 2025 (-0,3 Prozent gegenĂŒber April 2025, aber +0,2 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). WĂ€hrend die Preise fĂŒr VerbrauchsgĂŒter 0,7 Prozent unter denen von April 2025 lagen (+0,3 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026), waren die Preise fĂŒr GebrauchsgĂŒter 1,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,3 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). Bei den exportierten VerbrauchsgĂŒtern fielen insbesondere die Preise fĂŒr Nahrungsmittel (-5,4 Prozent gegenĂŒber April 2025, aber +0,1 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026).

Hier waren unter anderem die Preise fĂŒr Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver mit -35,5 Prozent deutlich niedriger als im April 2025 (+0,3 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026). Auch Milch und Milcherzeugnisse waren mit -11,5 Prozent im Durchschnitt deutlich billiger als vor einem Jahr (+1,2 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026), darunter besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit -41,3 Prozent gegenĂŒber April 2025 (+1,9 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026).

Dagegen wurde unter anderem Rindfleisch, frisch oder gekĂŒhlt, zu 14,3 Prozent höheren Preisen exportiert als im April 2025 (-1,4 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2026), so die Statistiker.

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