Kreise, Waffenruhe-GesprÀche

Kreise: Waffenruhe-GesprĂ€che fĂŒr Gaza stecken fest

13.07.2025 - 08:09:29

Die indirekten GesprĂ€che zwischen Israel und der Hamas ĂŒber eine 60 Tage lange Waffenruhe im Gaza-Krieg sind informierten Kreisen zufolge ins Stocken geraten.

Beide Seiten machen sich demnach gegenseitig fĂŒr den mangelnden Fortschritt verantwortlich. Ziel der GesprĂ€che in der katarischen Hauptstadt Doha ist außer der Waffenruhe die Freilassung von zehn lebenden Geiseln aus der Gewalt der Hamas sowie die Übergabe von Leichen mehrerer Verschleppter.

Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu wĂŒrde durch das HinzufĂŒgen immer neuer Bedingungen den GesprĂ€chen Hindernisse in den Weg legen, sagte ein Vertreter der Hamas der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Kairo. Der Hamas-Mann erwĂ€hnte insbesondere, dass die israelische Delegation neue Landkarten fĂŒr den von Israel angestrebten TruppenrĂŒckzug aus dem Gazastreifen vorgelegt habe. Israelischen Medienberichten zufolge besteht die israelische FĂŒhrung darauf, das MilitĂ€r in einem weitflĂ€chigen Areal im SĂŒden des Gazastreifens zu belassen.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zu Wochenbeginn gesagt, dass Israel im sĂŒdlichen Gazastreifen - auf den TrĂŒmmern der Grenzstadt Rafah - eine sogenannte "humanitĂ€re Stadt" fĂŒr 600.000 durch den Krieg vertriebene PalĂ€stinenser errichten wolle. Kritiker sprechen von einem Internierungslager, das langfristig auf eine Zwangsdeportation hinauslaufen könnte. Israel spricht davon, PalĂ€stinensern eine "freiwillige Ausreise" zu ermöglichen.

Hamas gegen Verbleib israelischer Truppen

Die in Doha vorgelegten Landkarten berĂŒcksichtigen Medienberichten zufolge die Erfordernisse fĂŒr die Einrichtung eines solchen Lagers. FĂŒr die Hamas ist diese Forderung inakzeptabel. Ihrem Standpunkt zufolge sollte sich das israelische MilitĂ€r auf die Positionen zurĂŒckziehen, die es vor dem Zusammenbruch der letzten Waffenruhe im MĂ€rz eingenommen hatte.

Israel wirft Islamisten "kompromissloser Haltung" vor

Israel werfe der Hamas vor, durch ihre "kompromisslose Haltung" die GesprĂ€che in Doha zu "sabotieren", zitierte die israelische Zeitung "Jediot Achronot" einen israelischen Offiziellen. "Israel zeigte Bereitschaft zu FlexibilitĂ€t, wĂ€hrend die Hamas (...) in Positionen verharrt, die es den Vermittlern nicht erlauben, zu einem Abkommen zu gelangen", sagte der Beamte dem Blatt zufolge. Die Verhandlungen wĂŒrden aber weitergefĂŒhrt, fĂŒgte er hinzu.

Eine unabhĂ€ngige ÜberprĂŒfung der Angaben beider Konfliktparteien ist derzeit nicht möglich.

Bei den indirekten GesprĂ€chen vermitteln Katar, Ägypten und die USA. Im Gegenzug fĂŒr die Freilassung der Geiseln und die Übergabe der Leichen von EntfĂŒhrungsopfern entlĂ€sst Israel palĂ€stinensische Strafgefangene aus seinen GefĂ€ngnissen. Die Einzelheiten dieses Teils der Abmachung konnten auch schon bei vergangenen Waffenruhen relativ glatt ausverhandelt werden.

@ dpa.de