ROUNDUPEurozone, Inflation

Inflation fÀllt unter zwei Prozent

03.06.2025 - 11:59:36

Die Inflation in der Eurozone ist im Mai unter den Zielwert der EuropÀischen Zentralbank von 2,0 Prozent gefallen.

Die Inflationsrate sei auf 1,9 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg laut einer ersten SchĂ€tzung mit. Im April hatte die Rate noch bei 2,2 Prozent gelegen. Der jĂŒngste RĂŒckgang fiel stĂ€rker aus als von Volkswirten erwartet. Diese hatten mit 2,0 Prozent gerechnet.

Die Inflation in der Eurozone erreichte nun den niedrigsten Stand seit September 2024. Sie liegt jetzt unter dem Inflationsziel der EuropÀischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Zuletzt hatte die Notenbank die Leitzinsen Mitte April um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. An diesem Donnerstag wird eine weitere Leitzinssenkung erwartet.

Im Vergleich zum Vormonat stagnierten die Verbraucherpreise. Volkswirte hatten dies so erwartet.

Der RĂŒckgang der Energiepreise setzte sich im Mai fort. Sie fielen im Jahresvergleich um 3,6 Prozent. Zudem schwĂ€chte sich der Anstieg der Preise im Dienstleistungssektor ab. Diese legten nur noch um 3,2 Prozent zu, nachdem sie im Vormonat um 4,0 Prozent gestiegen waren.

Die Kernteuerung, bei der schwankungsanfĂ€llige Preise fĂŒr Energie-, Nahrungs- und Genussmittel herausgerechnet werden, gab merklich nach. Die Jahresrate fiel von 2,7 auf 2,3 Prozent. Die Kerninflation stellt die Preisentwicklung nach Meinung vieler Ökonomen besser dar als die Gesamtrate und spielt auch fĂŒr die Geldpolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Rolle.

In Deutschland lag die Inflationsrate mit 2,1 Prozent höher als in den anderen großen LĂ€ndern. In Italien und Spanien betrug sie 1,9 Prozent. Besonders niedrig war sie mit 0,6 Prozent in Frankreich.

"Der AbwĂ€rtstrend der Inflation dĂŒrfte hiermit allerdings vorerst beendet sein", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Vincent Stamer. "Vielmehr dĂŒrfte die Inflationsrate im Laufe des Jahres um das EZB-Ziel herum schwanken." Angesichts langsamer steigender Tariflöhne sollte die Kernrate zwar weiter zurĂŒckgehen. "Allerdings hat sich in den letzten Wochen der Ölpreis stabilisiert, sodass die Energiepreise nicht weiter sinken sollten", schreibt Stamer.

Die Erwartungen einer Leitzinssenkung durch die EZB an diesem Donnerstag wurden durch die Daten noch bestĂ€rkt. "Nachdem die Inflationsrate das EZB-Ziel erreicht hat, besteht nun kein Zweifel mehr an einer weiteren Senkung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf dann 2,0 Prozent durch die Zentralbank", schreibt Stamer. Dies folge auch daraus, dass die bisherige Inflationsprognose der EZB fĂŒr dieses Jahr noch recht hoch liege. Die Notenbank sei also in der komfortablen Lage, ihre Prognosen senken zu können. Am Jahresende erwartet die Commerzbank einen Einlagensatz von 1,75 Prozent.

@ dpa.de