Inflationsentwicklung, Deutschland

Ökonomen-Stimmen zur Inflationsentwicklung in Deutschland

29.02.2024 - 14:49:39 | dpa.de

Die Inflation in Deutschland ist weiter auf dem RĂŒckzug.

Nach vorlĂ€ufigen Daten des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag lagen die Verbraucherpreise im Februar 2,5 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. Es war der niedrigste Wert seit Juni 2021 mit seinerzeit 2,4 Prozent. Im Januar war noch eine Jahresteuerungsrate von 2,9 Prozent verzeichnet worden und im Dezember von 3,7 Prozent.

EinschĂ€tzungen von Ökonomen zur Preisentwicklung und zu möglichen Folgen fĂŒr die Geldpolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB):

Ralph Solveen, Volkswirt Commerzbank:

"Wie allgemein erwartet ist die Inflationsrate in Deutschland im Februar weiter gefallen und liegt nun "nur" noch bei 2,5 Prozent - nach 2,9 Prozent im Januar. Allerdings ist hierfĂŒr alleine eine deutlich schwĂ€chere Teuerung bei Nahrungsmitteln verantwortlich. Die Kernteuerungsrate ohne die hĂ€ufig sehr volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise betrug wie im Vormonat 3,4 Prozent. Offensichtlich bremst der starke Anstieg der Lohnkosten den RĂŒckgang der unterliegenden Teuerung. Wir gehen weiter davon aus, dass sich die Kernteuerungsrate im Verlauf dieses Jahres deutlich ĂŒber dem EZB-Ziel von 2 Prozent stabilisieren wird."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank

"Doch bei allen berechtigten Inflationssorgen sollte nicht vergessen werden, dass Deutschland wirtschaftlich angeschlagen ist. Ob gestiegene Kosten aufgrund von höheren Löhnen so einfach an den Endkonsumenten weitergegeben werden können, bleibt fraglich. Gerade deshalb ist davon auszugehen, dass auf Sicht der kommenden Monate die Inflationsraten weiter fallen werden. Eine Zinssenkung im Juni bleibt damit das wahrscheinlichste Szenario. "

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank

"Gute Nachrichten fĂŒr Wirtschaft und Verbraucher: Der RĂŒckgang der Inflation in den vergangenen Monaten ist beeindruckend. FĂŒr die Zentralbank gilt allerdings: Knapp daneben ist auch vorbei. Die Inflation ist noch nicht bei 2 Prozent angekommen, und es wird in den kommenden Monaten auch wieder den einen oder anderen RĂŒckschlag geben. Damit ist allenfalls eine vorsichtige Lockerung der Geldpolitik in der zweiten JahreshĂ€lfte möglich."

Ulrich Wortberg, Ökonom Landesbank Hessen-ThĂŒringen

"Die Verbraucherpreise steigen im Februar zum Vormonat. DafĂŒr können Sonderfaktoren verantwortlich gemacht werden, wie beispielsweise die Mehrwertsteuererhöhung in der Gastronomie. Auch die erhöhten Benzinpreise haben den Verbraucherpreisindex vermutlich ansteigen lassen. Aufgrund eines Basiseffekts hat sich die Jahresteuerungsrate aber ermĂ€ĂŸigt. In Frankreich und Spanien ist es im Monatsvergleich ebenfalls zu Preisanstiegen gekommen, sodass dies auch bei der morgen anstehenden SchnellschĂ€tzung der EWU-Teuerung zu erwarten ist. Die monatliche Dynamik dĂŒrfte Vertreter der EZB in der EinschĂ€tzung bestĂ€tigen, nicht zu schnell mit Zinssenkungen zu beginnen."

/jsl/jkr/zb

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