Energie, Nahrungsmittel

Inflationsrate von 2,7 Prozent im MÀrz bestÀtigt

10.04.2026 - 08:31:27 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als VerÀnderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - lag im MÀrz 2026 bei +2,7 Prozent.Damit stieg die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit Januar 2024 (+2,9 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Freitag seine erste SchÀtzung bestÀtigte.

Tankstelle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Im Februar 2026 hatte sie bei +1,9 Prozent gelegen und im Januar 2026 bei +2,1 Prozent.

"Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich fĂŒr die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", sagte Ruth Brand, PrĂ€sidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). GegenĂŒber dem Vormonat Februar 2026 stiegen die Verbraucherpreise im MĂ€rz 2026 um 1,1 Prozent.

Die Preise fĂŒr Energieprodukte insgesamt lagen im MĂ€rz 2026 um 7,2 Prozent höher als im MĂ€rz 2025. Das war der erste Anstieg der Energiepreise gegenĂŒber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2023. Im Februar 2026 hatte der PreisrĂŒckgang noch bei -1,9 Prozent gelegen.

Kraftstoffe verteuerten sich im MĂ€rz 2026 gegenĂŒber MĂ€rz 2025 um 20,0 Prozent. Auch die Preise fĂŒr leichtes Heizöl erhöhten sich erheblich um 44,4 Prozent. Diese deutlichen PreissprĂŒnge resultierten maßgeblich aus den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und der dadurch ausgelösten Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt.

Trotz des Preisanstiegs beim leichten Heizöl war Haushaltsenergie insgesamt im MĂ€rz 2026 um 1,2 Prozent gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor (Februar 2026: -3,5 Prozent). So blieben Strom (-4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-2,9 Prozent) und FernwĂ€rme (-1,2 Prozent) binnen Jahresfrist gĂŒnstiger, was unter anderem auf die seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung (zum Beispiel reduzierte Übertragungsnetzentgelte, Abschaffung der Gasspeicherumlage) zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Die Preise fĂŒr Nahrungsmittel lagen im MĂ€rz 2026 um 0,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Damit schwĂ€chte sich der im Vormonat Februar 2026 beobachtete Preisauftrieb (+1,1 Prozent) etwas ab. Preiserhöhungen zeigten sich weiterhin vor allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen SĂŒĂŸwaren (+6,1 Prozent, darunter Schokolade: +9,6 Prozent). Auch fĂŒr Obst (+4,7 Prozent), frisches GemĂŒse (+3,8 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (+3,6 Prozent) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher spĂŒrbar mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. GĂŒnstiger wurden hingegen insbesondere Speisefette und Speiseöle (-17,6 Prozent, darunter Butter: -29,1 Prozent; Olivenöl: -11,8 Prozent). Zudem verbilligten sich Molkereiprodukte (-5,4 Prozent), wĂ€hrend Eier (+14,8 Prozent) merklich teurer wurden.

Im MĂ€rz 2026 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,3 Prozent, die Inflationsrate ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug +2,0 Prozent. Die Inflationsrate ohne BerĂŒcksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, hĂ€ufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im MĂ€rz 2026 wie bereits seit Jahresbeginn bei +2,5 Prozent.

Im MĂ€rz 2026 lagen die Preise fĂŒr Waren insgesamt um 2,3 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. VerbrauchsgĂŒter verteuerten sich dabei um 3,4 Prozent und GebrauchsgĂŒter um 0,5 Prozent. Neben Nahrungsmitteln (+0,9 Prozent) und Energieprodukten (+7,2 Prozent) wurden auch andere Waren teurer, insbesondere alkoholfreie GetrĂ€nke (+4,3 Prozent, darunter Kaffee, Tee und Kakao: +12,1 Prozent) und Tabakwaren (+6,1 Prozent). PreisrĂŒckgĂ€nge zeigten sich dagegen unter anderem bei HaushaltsgroßgerĂ€ten (-2,8 Prozent) und GerĂ€ten der Unterhaltungselektronik (-5,6 Prozent).

Die Preise fĂŒr Dienstleistungen insgesamt lagen im MĂ€rz 2026 um 3,2 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. Bereits seit Januar 2024 lag die Teuerung fĂŒr Dienstleistungen im Vergleich zu den Waren oberhalb der Gesamtteuerung. Besonders stark im Vorjahresvergleich verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,0 Prozent) sowie die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 Prozent). Letzteres ist insbesondere auf die Erhöhung des Preises fĂŒr das Deutschlandticket zum Jahresbeginn zurĂŒckzufĂŒhren. Auch die Preise fĂŒr Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,8 Prozent), Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung (+3,5 Prozent), GaststĂ€ttendienstleistungen (+3,3 Prozent) sowie Versicherungsdienstleistungen (+3,2 Prozent) waren im MĂ€rz 2026 deutlich höher als ein Jahr zuvor. Bedeutsam fĂŒr die Preisentwicklung insgesamt blieben im MĂ€rz 2026 die Nettokaltmieten mit +1,9 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat. Nur wenige Dienstleistungen waren gĂŒnstiger als im Vorjahresmonat, darunter Telekommunikationsdienstleistungen (-0,1 Prozent).

GegenĂŒber Februar 2026 stieg der Verbraucherpreisindex im MĂ€rz 2026 um 1,1 Prozent. Infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten stiegen die Energiepreise binnen Monatsfrist deutlich um 7,7 Prozent. Insbesondere beim Kauf von Kraftstoffen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher einen spĂŒrbaren Preisanstieg hinnehmen (+15,6 Prozent, darunter Dieselkraftstoff: +22,6 Prozent). Der Preisanstieg fĂŒr leichtes Heizöl betrug 43,2 Prozent. Zudem zeigten sich teilweise saisonbedingt Preisanstiege bei internationalen FlĂŒgen (+10,0 Prozent), Pauschalreisen und Bekleidungsartikeln (jeweils +4,4 Prozent). Die Preise fĂŒr Nahrungsmittel blieben nahezu konstant (+0,1 Prozent). Teurer war hier zum Beispiel frisches Obst (+1,3 Prozent), gĂŒnstiger hingegen wurde vor allem frisches GemĂŒse (-2,8 Prozent, darunter Gurken: -19,1 Prozent, Kopf- oder Eisbergsalat: -5,1 Prozent), so die Statistiker.

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