'Kampfgebiet' - Erste Schritte fĂŒr Offensive auf Stadt Gaza
29.08.2025 - 17:20:27Das MilitÀr habe erste Schritte seiner Offensive auf die im Norden des abgeriegelten Gazastreifens gelegene Stadt eingeleitet, teilte Sprecher Avichai Adraee auf X in arabischer Sprache mit.
Die Armee gehe "mit groĂer IntensitĂ€t" in den AuĂenbezirken der Stadt vor. Die Rede war von "vorbereitenden EinsĂ€tzen". Zugleich bargen israelische EinsatzkrĂ€fte im Gazastreifen die sterblichen Ăberreste zweier Geiseln.
Israel plant, die Stadt Gaza einzunehmen, in der sich SchĂ€tzungen zufolge noch rund eine Million Menschen aufhalten. Sie sollen nach dem Willen der israelischen FĂŒhrung in den SĂŒden umquartiert werden.
Vor wenigen Tagen hatte Adraee bereits mitgeteilt, dass die Vorbereitungen fĂŒr die Evakuierung der Stadt liefen. Es seien Vorkehrungen fĂŒr die Einrichtung humanitĂ€rer Hilfszentren getroffen und Zelte geliefert worden. "Die Evakuierung der Stadt Gaza ist unvermeidlich", hieĂ es.
Armee: Stadt Gaza ist "gefÀhrliches Kampfgebiet"
Das MilitĂ€r stufte die Stadt Gaza nun auĂerdem als "gefĂ€hrliches Kampfgebiet" ein. Eine taktische Kampfpause, die eigentlich zwischen 10.00 und 20.00 Uhr Ortszeit Hilfslieferungen fĂŒr die notleidende palĂ€stinensische Bevölkerung ermöglichen soll, gelte in der Gegend nicht mehr.
Einwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur, die israelische Armee habe seit dem Morgen ihre Angriffe auf den Gazastreifen verstĂ€rkt. Aus medizinischen Kreisen hieĂ es, mindestens 48 PalĂ€stinenser seien getötet worden, darunter 20 im Norden des Gebiets. Die Angaben lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Einwohner hatten bereits vor einer Woche von intensiven Luftangriffen des MilitĂ€rs im Umkreis der Stadt Gaza berichtet.
Warnung von Hilfsorganisationen
Hilfsorganisationen warnen vor einer Ausweitung der KĂ€mpfe in dem Gebiet. Sie kritisieren immer wieder die katastrophalen Bedingungen in den FlĂŒchtlingslagern im Zentrum und SĂŒden des Gazastreifens, in die die Bevölkerung aus Gaza umquartiert werden soll. FĂŒr die Stadt Gaza und Nachbarorte hatte die weltweit als AutoritĂ€t fĂŒr ErnĂ€hrungssicherheit anerkannte IPC-Initiative eine Hungersnot erklĂ€rt. Israel wies dies zurĂŒck.
Die Chefin des WelternĂ€hrungsprogramms (WFP) forderte am Donnerstag nach einem Besuch in dem umkĂ€mpften KĂŒstenstreifen eine massive Ausweitung der humanitĂ€ren Hilfe. "Gaza ist am ZerreiĂpunkt", warnte WFP-Direktorin Cindy McCain auf X. Eine halbe Million Menschen in dem von Israel abgeriegelten und groĂflĂ€chig zerstörten KĂŒstengebiet hungere.
Leichen zweier Geiseln geborgen
Nachdem die Armee die Stadt Gaza als "gefĂ€hrliches Kampfgebiet" eingestuft hatte, kĂŒndigte Armeesprecher Adraee zudem an: "Wir werden unsere Angriffe verstĂ€rken." Ziel sei die Zerschlagung der Hamas aus militĂ€rischer und politischer Sicht sowie die Freilassung aller aus Israel entfĂŒhrter Geiseln.
Die Leichen zweier Geiseln barg die israelische Armee unterdessen und brachte sie zurĂŒck nach Israel. Bei einem der Verschleppten handelt es sich um Ilan Weiss, einen Israeli, der bereits am Tag des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 getötet worden ist, wie der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu mitteilte. Zur IdentitĂ€t der zweiten Person gab es zunĂ€chst keine Informationen.
Unter Verschleppten auch noch Deutsch-Israelis
Weiss stammte aus dem Kibbuz Beeri und versuchte nach Angaben des Forums der Geisel-Familien wĂ€hrend des Angriffs der Hamas und anderer Islamisten die eindringenden Terroristen abzuwehren. Erst im Januar 2024 wurde demnach offiziell bestĂ€tigt, dass er dabei ums Leben kam. "Ilan bewies Mut und GroĂmut im Kampf gegen die Terroristen an diesem dunklen Tag. Mit seinem Tod schenkte er Leben", sagte Israels StaatsprĂ€sident Izchak Herzog. Die israelische Nachrichtenseite "ynet" berichtete unter Berufung auf die Armee, seine Leiche sei im zentralen Abschnitt des Gazastreifens gefunden worden.
Insgesamt werden nun noch 48 Geiseln von Extremisten im Gazastreifen festgehalten, 20 davon sollen am Leben sein. Unter den Geiseln sind auch einige, die neben der israelischen auch die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft haben.

