Israel greift Huthi-Miliz im Jemen an
19.12.2024 - 20:22:45Dutzende Kampfjets, Tankflugzeuge und AufklÀrungsmaschinen seien bei insgesamt zwei Angriffswellen gegen die rund 1.700 Kilometer entfernten militÀrischen Ziele im Einsatz gewesen. "Wir haben damit auf die wiederholten Angriffe der Huthi auf zivile Ziele in Israel reagiert", sagte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Alle drei wichtigeren HĂ€fen der Huthi-Miliz seien getroffen und lahmgelegt worden, sagte ein Armeesprecher. Ăber die HĂ€fen sollen nicht nur Waffen aus dem Iran ins Land kommen, sondern auch internationale Hilfslieferungen fĂŒr die Bevölkerung in dem BĂŒrgerkriegsland. Erstmals sei zudem auch die Hauptstadt Sanaa angegriffen worden, wo die Energieinfrastruktur getroffen worden sei, sagte der MilitĂ€rsprecher. Nach Bombardierungen im Juli und September war es der dritte Luftangriff Israels gegen die Huthi-Miliz.
Huthi: Lassen uns nicht von unserer Position abbringen
Die Miliz erklĂ€rte, Israels Angriffe wĂŒrden ihre Ăberzeugung nicht Ă€ndern. "Die israelische Aggression gegen unser Land wird uns niemals von unserer Position zur UnterstĂŒtzung des palĂ€stinensischen Volkes abbringen", sagte der AnfĂŒhrer Abdul-Malik al-Huthi in einer Fernsehansprache am Abend. Die Miliz sei bereit, jeder Eskalation - ungeachtet des AusmaĂes - entgegenzutreten.
Laut Medienberichten mit NĂ€he zur Huthi-Miliz wurden bei den Angriffen neun Menschen im Westen des Landes getötet. Sieben Todesopfer habe es bei einem Angriff auf den wichtigen Hafen Salif, zwei bei Angriffen auf eine Ălanlage in Ras Isa gegeben, meldete der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah.
Nach israelischen Angaben wurde auch wieder der Hafen von Hudaida bombardiert. In den HĂ€fen wurden einem Bericht der Zeitung "Times of Israel" zufolge fast alle Schlepper zerstört, ohne die gröĂere Schiffe kaum an die Kais bugsiert werden können.
Israel: Vermutlich Sprengkopf abgefangener Rakete traf Schule
Zuvor hatte Israel in der Nacht einen Raketenangriff der Huthi im Jemen abgewehrt. Israelischen Armeeangaben zufolge waren die Angriffe im Jemen aber keine direkte Reaktion darauf, sondern schon lĂ€nger geplant gewesen. Die Huthi-Miliz reklamierte den Angriff fĂŒr sich. Er habe zwei "militĂ€rischen Zielen" in Israel gegolten.
Nachdem die Rakete aus dem Jemen abgefangen worden war, seien Teile in eine Schule bei Tel Aviv eingeschlagen. Das GebĂ€ude und die Umgebung wurden so schwer beschĂ€digt, dass die Armee davon ausging, dass der Sprengkopf der in der Luft zerstörten Rakete in das GebĂ€ude einschlug und explodierte. Die Schule in Ramat Efal stĂŒrzte teilweise ein. Weil der Angriff frĂŒh am Morgen geschah, gab es keine Opfer. WĂ€re er nur wenig spĂ€ter zum Schulbeginn erfolgt, hĂ€tte es eine Katastrophe geben können, sagte ein Armeesprecher. In Zentralisrael mit der KĂŒstenmetropole Tel Aviv gab es Luftalarm und Millionen Menschen mussten nachts in die SchutzrĂ€ume.
Rund 200 Raketen und 170 Drohnen in einem Jahr
Die proiranische Huthi-Miliz ist wie die Hamas und die libanesische Hisbollah-Miliz mit Israels Erzfeind Iran verbĂŒndet. Einem Bericht der Zeitung "Times of Israel" zufolge hat die Huthi-Miliz in den vergangenen zwölf Monaten rund 200 Raketen und 170 Drohnen auf Israel abgefeuert. Die meisten Geschosse konnte Israel abfangen. Nach eigenen Angaben will die Miliz die Hamas im Gazastreifen gegen Israel unterstĂŒtzen.
Die islamistische Hamas und andere Extremisten aus dem Gazastreifen hatten am 7. Oktober 2023 ein Massaker in Israel mit 1.200 Toten angerichtet und rund 250 Menschen in den KĂŒstenstreifen verschleppt. Seither kĂ€mpft Israel im Gazastreifen. Die Hisbollah hatte nach schweren Verlusten Ende November in eine Waffenruhe mit Israel eingewilligt. Die Huthi-Miliz setzte ihren sporadischen Beschuss aber fort.

