Japanische, Sommermonaten

Japanische Wirtschaft schrumpft stÀrker als gedacht

08.12.2023 - 10:46:45

Die japanische Wirtschaft ist in den Sommermonaten stÀrker geschrumpft als bisher bekannt.

Im dritten Quartal von Juli bis September ging die Wirtschaftsleistung (BIP) zum Vorquartal um 0,7 Prozent zurĂŒck, wie Regierungsdaten vom Freitag zeigen. Es ist der deutlichste RĂŒckgang seit 2021 wĂ€hrend der Corona-Pandemie. VorlĂ€ufige Daten hatten einen RĂŒckgang des BIP um 0,5 Prozent ergeben. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich eine Schrumpfung um 2,9 Prozent - anstatt der bisherigen 2,1 Prozent.

Verantwortlich fĂŒr das schwĂ€chere Wachstum ist der private Konsum, der im Sommer leicht zurĂŒckging. Zudem lasteten die LagerbestĂ€nde der Unternehmen auf dem Ergebnis, es wurde also weniger auf Halde produziert. In den beiden Quartalen zuvor war die drittgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der Welt noch gewachsen.

Die KonjunkturschwĂ€che trifft auf ein Umfeld, in dem zunehmend auf eine geldpolitische Wende der japanischen Zentralbank gesetzt wird. In dieser Woche trugen hierzu Bemerkungen von Notenbankchef Kazuo Ueda und Vizechef Ryozo Himino sowie ein Besuch von Ueda bei Regierungschef Fumio Kishida bei. Die Äußerungen der Notenbanker lassen jedoch keinen eindeutigen Schluss auf bald steigende Leitzinsen zu. Zudem handelte es sich bei der Zusammenkunft von Ueda und Kishida um ein planmĂ€ĂŸiges Treffen.

Dennoch ist der Wechselkurs der LandeswĂ€hrung Yen in Reaktion auf die Ereignisse ebenso deutlich gestiegen wie die Kapitalmarktzinsen. Die Bank of Japan fĂ€hrt seit Jahren eine sehr lockere Geldpolitik, die sie selbst in Zeiten anziehender Inflationsraten nur wenig angepasst hat. Deshalb können selbst kleine Hinweise auf einer Änderung der Linie eine große Wirkung entfachen. Zumal andere große Notenbanken wie die US-Zentralbank Fed oder die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) ihre Zinsen schon lĂ€ngst krĂ€ftig angehoben haben.

@ dpa.de