Werften und Zulieferer blicken optimistisch in die Zukunft
20.05.2025 - 18:00:43Deutschlands Schiffbauer sehen trotz der konjunkturellen Gesamtlage ausgesprochen optimistisch in die Zukunft. «Hinter uns liegt in weiten Teilen erfolgreiches Jahr», sagte der PrĂ€sident des Verbands fĂŒr Schiffbau und Meerestechnik, Harald Fassmer, in Hamburg. Die Auslastung der Mitgliedsunternehmen sei hoch, die AuftragsbĂŒcher seien gut gefĂŒllt. Die Branche beschĂ€ftige bundesweit rund 200.000 Menschen und setze pro Jahr insgesamt rund 40 Milliarden Euro um.Â
AuftrÀge im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro
Der zivile Schiffsneubau habe im vergangenen Jahr mit einem Auftragseingang im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro sogar ein Allzeithoch erreicht, sagte Fassmer. «Das ReparaturgeschĂ€ft lĂ€uft gut, der Marineschiffbau lĂ€uft gut», betonte er. FĂŒr die Zukunft sehe er gute Wachstumschancen. «Damit hebt sich die Branche Schiffbau und Meerestechnik positiv von der allgemeinen Wirtschaftslage ab.»Â
Fassmer warnte jedoch, die Branche könne nur dann erfolgreich sein, «wenn wir wieder auf einen soliden Wachstumspfad zurĂŒckkehren». Angesichts der globalen Bedrohungslage sei auch eine leistungsfĂ€hige Marine-Schiffbauindustrie notwendig.
Chinas Dominanz bereitet dem Verband Sorgen
Sorge bereite jedoch die Dominanz Chinas beim Schiffsneubau, sagte VSM-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Reinhard LĂŒken. Habe das Land 2002 beim Schiffsneubau noch eine gewichtete Bruttoraumzahl - sie berĂŒcksichtigt das umbaute Volumen, den Arbeitsaufwand beziehungsweise die Wertschöpfung in AbhĂ€ngigkeit vom Schiffstyp - von etwa 1,5 Millionen gehabt, liege es nun bei jenseits der 20 Millionen. Europa sei dagegen von ehedem fĂŒnf Millionen auf inzwischen weniger als zwei Millionen gefallen.Â
Seit 2021 liege China zudem vor der Schiffbaunation SĂŒdkorea und ĂŒbernehme inzwischen rund zwei Drittel aller zivilen NeubauauftrĂ€ge. Hinzu komme der massive Ausbau der chinesischen Marine. Das folge dem Auftrag von Chinas PrĂ€sident Xi Jinping, bis 2027 die FĂ€higkeit zur Einnahme Taiwans zu entwickeln - und sei es mit militĂ€rischen Mitteln. «Diese Entwicklungen sind sehr ernst zu nehmen», mahnte LĂŒken.


