Umsetzung, Bezahlkarte

Umsetzung der Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber vielerorts noch unklar

01.03.2024 - 15:20:33 | dpa.de

Die konkrete Umsetzung der Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber ist in vielen BundeslĂ€ndern noch unklar.

Ministerien aus mehreren LĂ€ndern verwiesen in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur auf das noch laufende Ausschreibungsverfahren, das bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Sie gaben etwa an, abwarten zu wollen, bis die Ausschreibung abgeschlossen worden sei. Andernorts kommt eine solche Karte dagegen schon zum Einsatz - und selbst innerhalb eines Bundeslandes droht ein Flickenteppich.

14 von 16 BundeslĂ€ndern hatten sich Ende Januar auf ein gemeinsames Vergabeverfahren zur EinfĂŒhrung einer Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber geeinigt. Mit der Karte soll unter anderem verhindert werden, dass Asylbewerber Geld an Schlepper oder an ihre Familie oder Freunde ins Ausland ĂŒberweisen. Das Bundeskabinett wollte noch am Freitag grĂŒnes Licht fĂŒr das Vorhaben geben. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gehen eigene Wege, wollen aber ebenfalls eine Bezahlkarte einfĂŒhren.

Das Innenministerium in Schwerin hatte Mitte Februar eine europaweite Ausschreibung gestartet. Die Abgabefrist fĂŒr Angebote endet am 19. MĂ€rz. In Bayern startet dem Landesinnenministerium zufolge im MĂ€rz ein Pilotversuch zunĂ€chst in den drei Landkreisen FĂŒrstenfeldbruck, GĂŒnzburg und Traunstein sowie in der kreisfreien Stadt Straubing.

In ThĂŒringen zeichnen sich schon jetzt Unterschiede ab. Mehrere Kreise starteten mit der Bezahlkarte bereits am Freitag, andere - etwa die StĂ€dte Erfurt, Gera und Jena - wollen noch warten. Die ThĂŒringer Landkreise Greiz und das Eichsfeld gehören zu den ersten, die das Konzept ausprobierten. Weitere wollen im April folgen. Die Details sind in den ThĂŒringer Kommunen aber unterschiedlich - etwa bei der Bargeldabhebung.

Um die EinfĂŒhrung vorzubereiten, hat sich Magdeburg bereit erklĂ€rt, einen Testlauf mit 1000 Bezahlkarten durchzufĂŒhren. Dabei wird die Bargeldfunktion der Bezahlkarte auf 50 Euro begrenzt. Der Testlauf soll im MĂ€rz beginnen. Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels betonte kĂŒrzlich, dass das Vergabeverfahren möglichst zĂŒgig abgeschlossen werden solle, damit die Karte noch in diesem Sommer starten könne.

Eine Frage dĂŒrfte kĂŒnftig neben der Bargeldhöhe sein, ob die Karte fĂŒr einzelne Bereiche nicht genutzt werden kann - Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) nannte Ende Januar etwa die GlĂŒcksspielbranche.

Im Stadtstaat Hamburg wird die Bezahlkarte an Asylsuchende seit rund zwei Wochen ausgegeben. Jeder Erwachsene erhĂ€lt laut Sozialbehörde eine monatliche Gutschrift in Höhe von 185 Euro, mit der Dinge des tĂ€glichen Bedarfs eingekauft und bezahlt werden könnten. Leistungen fĂŒr Kinder wĂŒrden ebenfalls auf der Karte eines Elternteils gutgeschrieben.

Das Sozialministerium in Schleswig-Holstein verwies unter anderem darauf, dass das Design der Bezahlkarte neutral und diskriminierungsfrei sein soll. Diese Karte soll optisch einer ĂŒblichen EC- oder Kreditkarte Ă€hneln.

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