Deutschlandticket, Deutschland

Beim Deutschlandticket droht 2026 Preiserhöhung auf 64 Euro

16.09.2025 - 14:29:37

Die Kosten des Deutschlandtickets sind ein Dauerstreitpunkt zwischen Bund und LĂ€ndern. Nun geht die Suche nach einem Kompromiss weiter. Was sich dabei abzeichnet, dĂŒrfte viele Menschen nicht freuen.

Beim Deutschlandticket droht im kommenden Jahr erneut eine Preiserhöhung. Dem Vernehmen nach könnten die Nutzer im kommenden Jahr 62 bis 64 Euro pro Monat zahlen mĂŒssen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur im Vorfeld der Sonderverkehrsministerkonferenz aus Verhandlerkreisen. Zu Jahresbeginn war der Preis von 49 Euro auf 58 gestiegen. Zuerst hatte der «Tagesspiegel» unter Berufung auf eine Beschlussvorlage ĂŒber die Preiserhöhung berichtet. Nach dpa-Informationen sind in der aktuellen Fassung des Papiers aber keine Preise genannt.

Am Donnerstag sollen die seit Monaten stockenden Verhandlungen zur kĂŒnftigen Finanzierung des bundesweit gĂŒltigen Deutschlandtickets im Nahverkehr in MĂŒnchen weitergehen. Bundesminister Patrick Schnieder (CDU) wird aber nicht daran teilnehmen, da er wegen der Haushaltswoche in Berlin gebunden ist. Die LĂ€nder wollen bei der Konferenz ihren Vorschlag zur Finanzierung vorlegen.

Wie die dpa weiter erfuhr, verhandeln die LĂ€nder aktuell ĂŒber den konkreten Betrag. Aus LĂ€nderkreisen hieß es, bei 62 Euro sei das Ticket nicht mehr unterfinanziert - falls Bund und LĂ€nder sich nicht darauf einigen könnten, wie erwartete Mehrkosten gedeckt werden können. Aus Unions-LĂ€ndern hieß es, dass sie eine Erhöhung auf 64 Euro prĂ€ferierten. 

Milliardenschwere FinanzierungslĂŒcke 

Knackpunkt bei den Verhandlungen ist die Frage, wie erwartete Mehrkosten bei Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen - ĂŒber die drei Milliarden Euro pro Jahr hinaus, die Bund und LĂ€nder bisher zusammen bereitstellen und auch fĂŒr das kommende Jahr geben wollen. Das Deutschlandticket ist im Vergleich zu bisherigen Abos gĂŒnstiger, das sorgt fĂŒr EinnahmeausfĂ€lle.

BranchenverbĂ€nde wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sowie der StĂ€dtetag sprechen von einer absehbaren FinanzierungslĂŒcke. Diskutiert wird zwischen Bund und LĂ€ndern seit lĂ€ngerem ein fester Mechanismus zur Preisentwicklung beim Deutschlandticket.

Koalition bringt Finanzierungs-Entwurf fĂŒr 2026 ein

Die schwarz-rote Koalition im Bund hatte kĂŒrzlich GesetzesplĂ€ne in den Bundestag eingebracht, um die bisher nur bis Jahresende geregelte Finanzierung auch fĂŒr 2026 zu sichern. Nach dem Entwurf will sich der Bund im kommenden Jahr weiter mit 1,5 Milliarden Euro an der Finanzierung beteiligen. Unklar bleibt aber, wie erwartete Mehrkosten von Bund und LĂ€ndern ausgeglichen werden sollen. Bund und LĂ€nder aber verweisen auf knappe Kassen.

Aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD geht eigentlich hervor, dass der Preis erst einmal stabil bleiben soll. Ab 2029 soll der Anteil der Nutzerfinanzierung «schrittweise und sozialvertrÀglich» erhöht werden. Nach Branchenangaben setzt sich die Finanzierung des Tickets bisher aus den Fahrgeldeinnahmen und den Ausgleichsleistungen des Bundes und der LÀnder jeweils hÀlftig zusammen.

@ dpa.de