Gewerbeimmobilien-Krise, Internationale

Gewerbeimmobilien-Krise: Internationale Investoren meiden Frankfurt

09.04.2024 - 15:01:19

Die Krise bei Gewerbeimmobilien hinterlÀsst in Frankfurt weiter tiefe Spuren.

Große Investoren kauften im ersten Quartal kaum noch Objekte wie BĂŒros und Einzelhandelsimmobilien, wie der Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL) am Dienstag mitteilte. Demnach gab es von Januar bis MĂ€rz nur acht Transaktionen, so wenige in einem ersten Quartal wie seit 14 Jahren nicht mehr.

"Internationale Investoren haben in den ersten drei Monaten keine AnkĂ€ufe in der Bankenmetropole vollzogen", berichtete JLL. Üblicherweise kaufen Anleger etwa aus Asien und den USA gerne in Frankfurt, ihr Anteil liege sonst bei etwa einem Drittel des Volumens. Viele Investoren lauerten auf eine Zinssenkung der Notenbanken, erklĂ€rte JLL. Im zweiten Halbjahr werde der Markt wohl wieder anziehen.

Der Investmentumsatz lag JLL zufolge im ersten Quartal bei rund 120 Millionen Euro, rund 65 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (340 Mio Euro). Schon im vergangenen Jahr hatte es einen Einbruch auf rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz gegeben, nach gut 5,2 Milliarden 2022.

Die Krise an den ImmobilienmĂ€rkten im Zuge gestiegener Zinsen trifft Gewerbeobjekte noch stĂ€rker als Wohnungen. So stehen wegen des Homeoffice-Trends viele BĂŒros leer und strengere Energievorgaben belasten Ă€ltere GebĂ€ude. Die Investments in BĂŒros in Frankfurt schrumpften 2023 um fast 90 Prozent auf 347 Millionen Euro, noch stĂ€rker als im Bundesschnitt (-76 Prozent). Einzelhandelsimmobilien wiederum leiden unter dem Onlinehandel und KonsumzurĂŒckhaltung in der Inflation. Die Gewerbeimmobilien-Krise belastet inzwischen Banken, die mehr Geld fĂŒr KreditausfĂ€lle zurĂŒcklegen mĂŒssen.

Die Nachfrage nach BĂŒros zur Miete konzentriert sich laut JLL zunehmend auf das Premiumsegment - sowohl bei GebĂ€udequalitĂ€t als auch der Lage. Das beste Produkt in den jeweiligen TeilmĂ€rkten werde enorm nachgefragt", sagte Suat Kurt, Niederlassungsleiter JLL Frankfurt. "Das heißt im Umkehrschluss: Auch das nachhaltigste und modernste BĂŒrogebĂ€ude wird an einem Standort mit schwacher Infrastruktur und schlechter ÖPNV-Anbindung große Probleme bei der Vermietung haben." Ebenso gerieten EigentĂŒmer Ă€lterer BĂŒroimmobilien zusehends unter Druck. GebĂ€ude, die Ă€lter seien als 20 Jahre, ließen sich so gut wie gar nicht mehr vermieten, "egal in welcher Lage sie sich befinden", sagte Kurt.

@ dpa.de