GESAMT-ROUNDUP: Nach Tötung eines Kommandeurs greift Hisbollah Israel an
04.07.2024 - 15:31:56Nach Angaben des israelischen MilitĂ€rs soll der Getötete fĂŒr eine Abteilung zustĂ€ndig gewesen sein, die fĂŒr den Abschuss von Raketen auf Israel verantwortlich war.
Die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah will erst mit dem Beschuss auf Israel aufhören, wenn es eine Waffenruhe im Gaza-Krieg gibt. Die Hisbollah handelt nach eigenen Aussagen aus SolidaritĂ€t mit der palĂ€stinensischen Islamistenorganisation Hamas. Die "Libanon-Front" sei eine "UnterstĂŒtzungsfront", wie Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah immer betont.
Auslöser des Gaza-Krieges waren die Massaker und Geiselnahmen von palÀstinensischen Terrororganisationen wie der Hamas am 7. Oktober in Israel.
Kreise: Bewegung in Verhandlungen um Waffenruhe
Die zĂ€hen Verhandlungen ĂŒber eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und ĂŒber einen Austausch von Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge in israelischen GefĂ€ngnissen nehmen wieder an Fahrt auf.
Eine hochrangige israelische Verhandlungsdelegation soll laut informierten Kreisen am Flughafen Kairo in Ăgypten eingetroffen sein. Bei dem mehrstĂŒndigen Besuch in Ăgypten gehe es darum, Wege zu einem entsprechenden Abkommen zu finden.
Israel hatte zuvor erklĂ€rt, einen Vorschlag der Hamas zu prĂŒfen. Die Vermittlerstaaten USA, Katar und Ăgypten hĂ€tten dem israelischen Verhandlungsteam einen Entwurf der Hamas vorgelegt, wie das BĂŒro von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu mitteilte.
Die Hamas teilte ebenfalls mit, mit den Vermittlern "einige Ideen" auszutauschen, um ein Ende des Kriegs zu erreichen. Der Inhalt des Hamas-Vorschlags ist bislang nicht bekannt. Es ist auch unklar, inwieweit er vom zuletzt diskutierten Plan abweicht.
Israel: Krieg endet erst, wenn Hamas zerschlagen ist
Bislang scheiterte ein Abkommen vor allem daran, dass die Hamas ein vollstĂ€ndiges Ende des Gaza-Kriegs und einen RĂŒckzug Israels aus dem Gazastreifen fordert.
Israel lehnt dies ab und spricht von einer zeitlich begrenzten Waffenruhe fĂŒr den Austausch von Geiseln gegen Gefangene und die Lieferung von dringend benötigten humanitĂ€ren HilfsgĂŒtern in den Gazastreifen.
Israels Regierung betonte stets, der Krieg werde erst enden, wenn Israel alle seine Ziele erreicht habe, darunter die Zerschlagung der Hamas und die Befreiung aller Geiseln.
In dem abgeriegelten KĂŒstenstreifen werden noch 120 Geiseln vermutet, viele von ihnen dĂŒrften aber nicht mehr am Leben sein.
TĂ€glicher Beschuss an der Grenze Israels zum Libanon
Im Norden Israels heulten vielfach die Sirenen. Israels Armee identifizierte nach eigenen Angaben rund 200 Geschosse und mehr als 20 Drohnen, die auf israelisches Gebiet geflogen seien. Das MilitÀr greife im Gegenzug die Abschussorte im Libanon an.
Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, dass bei einem israelischen Angriff in Hula im SĂŒdlibanon eine Person getötet worden sei. AuĂerdem wurde laut NNA eine Frau bei einem weiteren Angriff verletzt.
Die Hisbollah bestĂ€tigte den Tod eines ihrer Mitglieder. Der Mann stammte demnach aus Hula. Wie, wo und wann der KĂ€mpfer ums Leben kam, fĂŒhrte die Miliz nicht nĂ€her aus. Israels Armee teilte mit, sie habe "militĂ€rische GebĂ€ude der Hisbollah" unter anderem in Hula aus der Luft angegriffen.
Israel und die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah liefern sich seit Beginn des Gaza-Kriegs nahezu tĂ€glich Gefechte. Zuletzt nahm deren IntensitĂ€t deutlich zu. Es besteht die Sorge, dass sich die Kampfhandlungen zu einem regionalen Konflikt ausweiten. Der Iran ist nicht nur mit der Hisbollah und der Hamas verbĂŒndet, sondern auch mit nichtstaatlichen Akteuren in Syrien, im Irak sowie im Jemen.
Israel möchte mit militĂ€rischem und politischem Druck erreichen, dass sich die Hisbollah hinter den 30 Kilometer von der Grenze entfernten Litani-Fluss zurĂŒckzieht - so wie es eine UN-Resolution vorsieht.

