Linken-Chef, Deutschland

Linken-Chef: Deutschland muss China-Strategie korrigieren

22.07.2024 - 06:08:54

Die Linke drÀngt die Bundesregierung, sich stÀrker von den USA abzusetzen und enger mit China zusammenzuarbeiten.

"Die Bundesregierung muss ihre China-Strategie korrigieren", forderte Parteichef Martin Schirdewan vor GesprĂ€chen mit der FĂŒhrung in Peking am Montag. Die Bundesregierung setze zu sehr auf Konfrontation und habe sich "an der Seite der USA einbetoniert". Das sei extrem kurzsichtig. "Wir mĂŒssen uns in der EU unabhĂ€ngig vom AufrĂŒstungs- und Eskalationskurs der USA so wie von fossilen Regimen wie Russland machen", meinte Schirdewan.

Internationale Verhandlungsformate mĂŒssten gestĂ€rkt werden, verlangte der Linken-Chef und bezog dies auch auf den Ukraine-Konflikt. "Es gilt jetzt, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands durch verstĂ€rkte diplomatische Anstrengungen und eine gemeinsame Initiative mit China, Indien und Brasilien endlich zu beenden. Im Zweifel auch gegen den Willen der USA." Nur mit China gemeinsam könne man den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch bringen.

Zudem sollten sich die Armeen in der EuropĂ€ischen Union auf "NichtangriffsfĂ€higkeit" konzentrieren, erklĂ€rte Schirdewan. Das sei auch ohne AufrĂŒstung zu schaffen. "Sicherheit fĂŒr Europa gibt es nur mit einem konsequenten sozial-ökologischen Umbau und massiven Investitionen. Dabei muss die wirtschaftliche Kooperation ausgebaut statt eingeschrĂ€nkt werden." China bleibe wichtigster Handelspartner.

Schirdewan will in Peking unter anderen Mitglieder des PolitbĂŒros sowie den Minister fĂŒr Internationale Angelegenheiten, Liu Jianchao, treffen. Der Linken-Chef steht nach einer Serie von Wahlniederlagen unter Druck und will seiner Partei neues Profil verschaffen, auch in Konkurrenz mit dem BĂŒndnis Sahra Wagenknecht.

@ dpa.de