Immobilien Linke beklagt zu wenig Austausch der Regierung mit Mieter-Vertretern
22.12.2025 - 01:00:00
Die Linke im Bundestag beklagt ein Ungleichgewicht bei GesprÀchen der Bundesregierung mit Vertretern der Immobilienbranche im VerhÀltnis zu Vertretern von Mieterinteressen.
Wie aus der Antwort aus dem Bundesjustizministerium auf eine schriftliche Frage hervorgeht, ĂŒber die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben) berichten, haben Vertreter der jetzigen Bundesregierung, also etwa Minister oder StaatssekretĂ€re, seit Amtsantritt am 6. Mai 47 GesprĂ€che mit der Immobilienbranche gefĂŒhrt.
Im selben Zeitraum sind demnach lediglich zwölf GesprĂ€che mit Vertretern der Mieter gefĂŒhrt worden. Im Bundesbauministerium wurden demnach 26 GesprĂ€che mit Vertretern aus der Immobilienbranche gefĂŒhrt und acht GesprĂ€che mit Vertretern von Mietern. Im Kanzleramt wurden der Antwort zufolge noch keine Mietervertreter vorstellig, dafĂŒr aber dreimal Vertreter der Immobilienbranche.
Auch im Bundesfinanzministerium (8 Treffen mit Immobilienbranchenvertretern), Bundeswirtschaftsministerium (5) und Bundesarbeitsministerium (1) ist es demnach zu Treffen mit der Immobilienbranche, nicht aber mit Mietervertretern gekommen.
Im Bundesumweltministerium wurde die Mietlobby einmal vorstellig, die Immobilienlobby zweimal.
Nur in einem Ministerium waren demnach Interessenvertreter von Mietern hÀufiger zu Gast als ihre Kollegen aus der Immobilienbranche: Im Bundesjustizministerium gab es drei Treffen mit Mietervertreter und nur zwei Treffen mit Vertretern der Immobilienbranche. Das Haus von Bundesjustizministerin Stephanie Hubig (SPD) arbeitet derzeit an einer VerschÀrfung des Mietrechts.
Caren Lay, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, die die Daten abgefragt hatte, sagte den Funke-Zeitungen: "Vier Mal mehr GesprĂ€che der Bundesregierung mit der Immobilienlobby als mit Vertretungen von Mieterinnen und Mietern zeigen: Die Merz-Regierung hat deutlich offenere Ohren fĂŒr die Immobilienlobby, als fĂŒr Mieterinnen und Mieter." Lay kritisierte das Bundesarbeitsministerium dafĂŒr, dass es mit der BĂŒrgergeldreform tiefgreifende Einschnitte fĂŒr Mietende plane, aber keine GesprĂ€che mit Mieter-Vertretern fĂŒhre.