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Linke Regierungskandidatin wird Mexikos erste PrÀsidentin

03.06.2024 - 09:25:58

Die linke Regierungskandidatin Claudia Sheinbaum wird laut der offiziellen Hochrechnung Mexikos erste PrÀsidentin.

Die Ex-BĂŒrgermeisterin von Mexiko-Stadt, die als Favoritin galt, erhielt bei der PrĂ€sidentenwahl am Sonntag zwischen 58,3 und 60,7 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt des lateinamerikanischen Landes am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Ihre beiden Rivalen, XĂłchitl GĂĄlvez und Jorge Álvarez, hĂ€tten sie angerufen und ihr zum Sieg gratuliert, sagte Sheinbaum vor der Presse.

GlĂŒckwĂŒnsche gab es auch vom amtierenden linkspopulistischen PrĂ€sidenten AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador. "Mit all meiner Zuneigung und meinem Respekt gratuliere ich Claudia Sheinbaum. Sie wird die erste PrĂ€sidentin Mexikos in der 200-jĂ€hrigen Geschichte der Republik sein", sagte der PrĂ€sident in einer Videobotschaft. Sheinbaum ist eine enge Vertraute von LĂłpez Obrador, der laut Verfassung nach seiner sechsjĂ€hrigen Amtszeit nicht erneut antreten durfte. Beide gehören der linken Partei Morena an.

Nach der AuszĂ€hlung von rund 5600 reprĂ€sentativen Wahllokalen landete die Oppositionskandidatin GĂĄlvez laut Hochrechnung auf dem zweiten Platz mit 26,6 bis 28,6 Prozent der Stimmen. Álvarez von der kleineren Mitte-Links-Partei Movimiento Ciudadano kam auf zwischen 9,9 und 10,8 Prozent der Stimmen. Die AnkĂŒndigung des Wahlamts wurde ohne BegrĂŒndung mehrmals verschoben, was zu einer Situation der Ungewissheit fĂŒhrte. "Sie lĂŒgen wie immer", schrieb GĂĄlvez auf der Nachrichtenplattform X noch vor der Veröffentlichung der Daten. Das RegierungsbĂŒndnis um die Partei Morena fuhr auch bei den Parlaments- und Regionalwahlen einen klaren Sieg ein.

GrĂ¶ĂŸter Wahltag in Mexikos Geschichte

Die 61 Jahre alte Sheinbaum soll das Amt am 1. Oktober antreten. Der Staats- und Regierungschef wird in Mexiko fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt, begrenzt auf eine Amtszeit.

Fast 100 Millionen Wahlberechtigte waren am Sonntag aufgerufen, ĂŒber das PrĂ€sidentenamt, beide Kammern des Kongresses sowie zahlreiche regionale und kommunale Posten abzustimmen. Es war der grĂ¶ĂŸte Wahltag der Geschichte des Landes. Insgesamt waren mehr als 20 000 Ämter neu zu besetzen, darunter die Gouverneursposten in acht der 31 Bundesstaaten und im Hauptstadtdistrikt.

@ dpa.de